Demnächst Komparsen-Camps für das Kriegsspiel in der Senne?

Zu den aktuellen Planungen des Baus von Kampfdörfern durch die Britischen Streitkräfte in der Senne, erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer:

„Alarmiert durch einen konkreten Hinweis, konnte durch Recherche belegt werden, dass im Raum Essen/Bochum Castings für Komparsen für einen Kampfdörfereinsatz gesucht werden. Dazu erscheinen zunächst harmlos klingende Anzeigen auf Arabisch und Deutsch, die zum Casting einladen.

Der Informant, der sich an mein Büro gewandt hat,  war selbst im vergangen Jahr im Ruhrgebiet bei solch einer „Casting-Veranstaltung“ und berichtet, dass teilweise ausgerechnet Menschen, die aus den Krisen- bzw. Kriegsgebieten geflohen sind, geworben werden sollen. Sie sollen nun hier bei uns das Kriegsgeschehen simulieren und für den arabischen Background sorgen. Das ist Zynismus pur.

Kritische Stimmen sind bei einem solchen Casting erwartungsgemäß unerwünscht. Der Informant wurde dann auch aus der Veranstaltung gewiesen.

Derartige „Rollenspiele“ mit einem „Heer von Statisten“ sind nicht neu. Sie finden beispielsweise auf dem bayrischen Truppenübungsplatz in Hohenfels statt (siehe auch  Berichterstattung WV vom 28.10.08). Im Januar dieses Jahres fand nach einer Anzeige im Bochumer Stadtspiegel nun erneut ein Vorstellungstreffen in einem Hotel in Bochum statt.

Sind das schon die Vorboten für die Übungen in den Kampfdörfer auf dem Truppenübungsplatz Senne? Haben wir demnächst in der Senne – wie in Süddeutschland – lagerähnliche Camps, in denen die arabischen Komparsen untergebracht werden?

Ich verlange eine sofortige Aufklärung und Information über die geplanten Übungsszenarien und darüber, ob es auch in der Senne zu Komparseneinsatz kommen könnte!

Aber nicht nur über diesen Sachverhalt ist schnelle Aufklärung nötig.

Die Antwort von Minister Uhlenberg auf meine Kleine Anfrage zu den Kampfdörfern  kann die Sorgen in der Region nicht ausräumen. Es reicht nicht aus, wenn das Ministerium diverse Gutachten berücksichtigen will. Diese müssen in der Region auch transparent gemacht und bewertet werden. Auch Landrat Manfred Müller scheint zum Beispiel das angeblich bereits existierende Lärmgutachten bisher noch nicht vorzuliegen.

Es darf keine Abstriche an den Kriterien für die FFH-Prüfung geben.“

Verwandte Artikel