Paus muss Planungen zum Bahnhof transparent machen

Zu den Planungen zur Neugestaltung des Paderborner Hauptbahnhofes erklärt die Grüne Landtagsabgeordnete und Grüne Bürgermeisterkandidatin für die Stadt Paderborn Sigrid Beer:

 Mit großem Tamtam und Protestplakat hatte Bürgermeister Paus versucht, das Thema Bahnhofssanierung für seinen Wahlkampf aufzubereiten und die BürgerInnen aufgefordert, ihre Proteste zum Zustand des Paderborner Bahnhofs direkt an die Bahn zu richten. Das Kalkül ist durchsichtig. Heinz Paus will von den eigenen Problemen seiner Amtszeit ablenken. Wer eignet sich besser als noch größerer Buhmann als Hartmut Mehdorn, Noch-Chef der Bahn.

 

Nun sind aber in der Bahnkonferenz am 14.1.09 längst Gespräche und Vereinbarungen mit der Stadt getroffen worden, die der Bürgermeister jedoch für sich behält. Die Bahn hat dabei über drei Optionen mit der Stadt verhandelt und nach Auskunft der Bahn sei darüber Einvernehmen erzielt worden, dass die Stadt diese nun prüft. Dabei geht es um die Übernahme des Gebäudes durch die Stadt, einen kompletten Abriss oder Umbau sowie um die Beteiligung von Investoren für ein „attraktives“ Konzept.

 

Warum werden die Paderborner Bürgerinnen und Bürger nicht darüber informiert, welche Optionen jetzt im Raum stehen. Im Laufe des Februars soll „das Angebot intern“ geprüft werden. Für den März sind die nächsten Gespräche angedacht. Warum darf nicht an die Öffentlichkeit, welche Kriterien die Stadt bei der Prüfung für ihr Konzept für wichtig erachtet.

 

Welche Institutionen oder Interessenverbände werden einbezogen, der Fahrgastverband pro bahn scheint es jedenfalls nicht zu sein? Nach dem wenigen, was aus den Planungen bekannt ist, scheinen gerade die Bahnreisenden selbst zu wenig berücksichtigt zu werden. Wie soll der Reiseservice  verbessert werden? Wird die Bahninfrastruktur mit dem notwendigen Service gesichert? Was nutzt gegebenenfalls ein weiteres Geschäft im Bahngebäude, wenn gleichzeitig noch weniger Servicezeit im Fahrkartenverkauf und Bahnauskunft zur Verfügung steht. Zu  welchen Bahnreisezeiten können die Kunden auf mehr Aufenthaltsqualität zählen?

Was ist mit einer Infozentrale zur Radstation und Stadt Paderborn? Welche Rolle spielt der Bahnanschluss überhaupt bei den Überlegungen?

 

Redet der Einzelhandelsverband mit bei den Planungen, während die Reisenden außen vor bleiben? Erst versucht der Bürgermeister die BürgerInnen zu instrumentalisieren, jetzt lässt er sie außen vor. Auch im Rat kein Wort zu den Überlegungen aus der Verwaltung. Mit dieser selbstherrlichen Art das Bürgermeisteramt zu führen, muss Schluss sein. Heinz Paus muss jetzt die Bahnangebote auf den Tisch legen und die BürgerInnen bei der Planung einbeziehen. PaderbornerInnen wissen, was sie wollen. Sie können mehr, als ihren Unmut zu formulieren.

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