“Kampfdörfer” auch in Hövelhof geplant: Informationsveranstaltung der Grünen zum geplanten Ausbau des Truppenübungsplatzes

Zwei „Kampfdörfer“ und ein „vorgeschobener Stützpunkt“ auf Hövelhofer Gemeindegebiet – das sehen die Planungen der britischen Streitkräfte zum Ausbau des Truppenübungs-platzes vor, die derzeit überall in den Anrainergemeinden lebhaft diskutiert werden.


Eine dieser neuen Übungsanlagen soll am Ende der Pionierübungsbahn im Bereich des ehemaligen Handgranatenwurfstandes bei Staumühle gebaut werden und eine weitere auf Höhe der Schäferei, erfuhren die Hövelhofer Grünen von Bürgermeister Berens auf ihre Anfrage nach dem bisherigen Kenntnisstand der Gemeinde. Außerdem soll in Staumühle noch ein sogenannter vorgeschobener Stützpunkt errichtet werden, aus dem heraus die übenden Einheiten mit Fahrzeugen zu den Übungseinrichtungen ausrücken.

„Hövelhof ist von den Planungen also massiv betroffen“, stellt Jörg Schlüter von den Hövelhofer Grünen fest, die das Aktionsbündnis aus Bürgern und Naturschutzverbänden in ihrem Widerstand gegen die Planungen unterstützen. „Zum einen würde das äußerst wertvolle Ökosystem der Senne durch die geplanten Anlagen, insbesondere die neuen rund 50 km Betonstraßen, und den Übungsbetrieb in einem erheblichen und unverantwortlichen Ausmaß geschädigt“, so Schlüter weiter. „Außerdem befürchten wir im Gegensatz zu unserem Bürgermeister deutliche Einschränkungen für die Bevölkerung durch Sperrung der Durchfahrtsstraßen und Lärmbelästigung durch den Übungsbetrieb, vor allem in Staumühle.“

Die Gemeinde sieht das zur Zeit offenbar entspannter. „Da zeitgleich kein Schießbetrieb stattfindet und nur Platzpatronen verwendet werden, wird sich der Schießlärm nach Aussage der Briten sogar verringern“, beschwichtigt Bürgermeister Berens in seiner Stellungnahme an die Grünen. Außerdem würden die Übungen in den neuen Anlagen auch keine zusätzlichen Lärm-Beeinträchtigungen für die Zivilbevölkerung bedeuten – wenn die vorgelegten Unterlagen korrekt seien, schränkt Berens ein.

Nach Ansicht der Hövelhofer Grünen gibt es allerdings keinen Grund, die Planungen einfach gutgläubig und kritiklos zur Kenntnis zu nehmen. Wie wird sich der Übungsumfang durch die neuen Anlagen insgesamt entwickeln, zumal die neuen Anlagen auch für die Bundeswehr attraktiv wären? Ist es realistisch anzunehmen, dass tatsächlich keine Nachtübungen und keine Übungen mit Hubschrauberunterstützung stattfinden sollen, wie derzeit von den Britischen Streitkräften behauptet? „Antworten auf diese und andere Fragen gibt es noch nicht“, so die Grünen in ihrer Stellungnahme. „Aber solche Fragen müssen gestellt werden!“

Die Grünen laden deshalb zu einer Informationsveranstaltung am 24.03.09 ab 19.30 Uhr in den Gasthof Zum Grünen Baum, Gütersloher Straße, ein. Fritz Buhr, Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände , wird über den aktuellen Stand der Planungen informieren, und Dr. Harald Grünau, Kreistagsabgeordneter aus Delbrück und Mitglied des Ausschusses für Natur und Umwelt, berichtet über die Aktivitäten von Bündnis 90/Die Grünen gegen die Kampfdörfer auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Alle interessierten Hövelhofer Bürgerinnen und Bürger sind zu dieser Informationsveranstaltung herzlich eingeladen.

Obwohl Hövelhofer Gemeindegebiet betroffen ist, wird die Gemeinde nicht direkt am Genehmigungsverfahren beteiligt. Der Rat ist lediglich zu einer politischen Stellungnahme an den Kreis aufgefordert. Am 19.03.09 beschäftigt sich der Bau- und Umweltausschuss des Rates mit dem brisanten Thema. „Angesichts derartiger sich abzeichnender Nachteile für Hövelhof kann der Rat die vorgelegte Planung nicht einfach durchwinken“, fordern die Grünen. Zu groß wäre der Schaden für die wertvollen Naturschätze der Senne, zu groß wären die Beeinträchtigungen der Hövelhofer Bevölkerung.

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