Quo vadis 3. Gesamtschule? CDU muss nun endlich Farbe bekennen

Die Grüne Ratsfraktion fragt sich derzeit ernsthaft, ob die angeblich gewollte dritte Gesamtschule nur ein Wahlkampftrick der hiesigen CDU ist oder ob die Mehrheitsfraktion im Rat diese tatsächlich will. Nachdem ihr schulpolitischer Sprecher im Rat die Errichtung einer dritten Gesamtschule als Elternwille offen anerkannt hat und selbst die Junge Union diese Schule als notwendig ansieht, konnte angenommen werden, dass nun alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit zügig eine neue Gesamtschule errichtet wird.

Allerdings scheint nach dem Gespräche mit der Bezirksregierung nun wieder einmal die Rolle rückwärts angesagt zu sein. Zwar dürfen sich Schülerinnen und Schüler von benachbarten Kommunen an städtischen Gesamtschulen anmelden, gezählt werden bei einer Ablehnung dürfen sie aber nicht. Eine Einrichtungspflicht besteht für die Stadt nur, wenn drei Jahre nacheinander 112 Kinder aus dem städtischen Einzugsgebiet abgelehnt werden müssten. Dabei gehen doch in viele weiterführende Schulen in Paderborn Kinder aus angrenzenden Kommunen. Ohne diese Schülerinnen und Schüler wären manche Schulen im Stadtgebiet doch gar nicht tragfähig. Wieso diese dann nicht gezählt werden dürfen, bleibt unverständlich.

Für Uli Graben, Schulausschussmitglied der Grünen Ratsfraktion, ist die Sache klar, wieder einmal versucht seiner Meinung nach die schwarz/gelbe Landesregierung mit fadenscheinigen Tricks die Errichtung von neuen Gesamtschulen zu behindern. Der Elternwille würde hier mit Füßen getreten, so Graben. Wie Ernst die CDU in Paderborn diesen Elternwillen nimmt, kann sie jetzt zeigen, indem sie genau wie z.B. die Stadt Bonn oder Hemer auch gegen den Willen der Bezirks- oder Landesregierung auf die Errichtung einer neuen Gesamtschule drängt und diese notfalls auch gerichtlich durchsetzt.

Dass eine neue Gesamtschule dann allerdings nur als Halbtagsschule möglich sein soll, stellt für Graben ebenfalls ein Witz dar. Händeringend versucht die Stadt Paderborn Gymnasien und Realschulen davon zu überzeugen, in den Ganztagsbetrieb zu wechseln, da die Landesregierung dies finanziell fördert, findet bei ihrer Suche aber fast keine Schule. Eine neue Gesamtschule muss (!) von Seiten der derzeitigen Landesregierung als Halbtagsschule geführt werden. Nach Ansicht von Graben muss die CDU nun Farbe bekennen und er hofft im Sinne der Eltern der abgewiesenen Kinder, dass diese Farbe nicht wieder schwarz sein wird.

Uli Graben, Grüne Ratsfraktion Paderborn

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