Schüler stimmen mit den Füßen ab – gegen G8

Nachdem sowohl Kreis als auch Stadt sich seit Jahren weigern, eine Elternbefragung durchzuführen zeigen sich jetzt in diesem Jahr verstärkt  die Auswirkungen des Nichtstuns.

Nachdem im letzten Jahr bei   466   Anmeldungen  an den beiden Gesamtschulen 129 Schüler abgewiesen wurden, sind es dieses Jahr nochmal 43 mehr, die Einlass begehren. Abgesehen davon, dass höchst wahrscheinlich die Dunkelziffer der vielen eigentlich Interessierten, die sich schon gar nicht mehr um Plätze an den Gesamtschulen bemühen viel höher ist. Gleichzeitig sinkt das Interesse an den Gymnasien scheinbar. Auch wenn das Pelizaeus eventuell siebenzügig werden muss, weisen die zurückgehenden Anmeldezahlen über alle Gymnasien zusammen mit den abgewiesenen Schülern an den Gesamtschulen darauf hin. Die grüne Ratsfraktion führt dieses Anmeldeverhalten der Eltern auf die Sorge zurück,  dass durch das Turboabi ihre Kinder unnötig unter Druck gesetzt werden. „Ein weiterer Hinweis sind die gestiegenen Anmeldezahlen an den Realschulen“, weist Katja Knies (Mitglied im Schulausschuss der Stadt Paderborn) auf 90 zusätzliche Anmeldungen an den Realschulen hin. Außerdem stellt sie sich die Frage, warum das Pelizaeus eine Empfehlung bekommt, sieben Züge einzurichten, die Gesamtschulen aber nicht unterstützt werden, mehr Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, geschweige denn eine neue Gesamtschule endlich initiiert wird. Im Sommer erwarten die Stadt Paderborn dann auch noch die Zahlen der Schülerinnen und Schüler, die nach der 6. Klasse das Gymnasium verlassen. Im letzten Jahr waren das 52 und dann ist über die kritischen Schülerzahlen an Grund- und Hauptschulen noch nicht diskutiert worden. All dies sollte nicht nur im Interesse der Stadt Paderborn endlich im Zusammenhang diskutiert werden. Ratsmitglied Knies ist der Meinung, dass dies zu einer koordinierten Schulentwicklungsplanung gehört, die die Stadtratsfraktion seit Jahren vom Bürgermeister fordert. Wenn der Landrat des Kreises sich nicht freiwillig einschaltet, muss Herr Paus im Interesse der Schülerinnen und Schüler, die Initiative ergreifen und hier eine Koordination z. B. durch das neu eingerichtete Bildungsbüro einfordern.

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