So wird das Ehrenamt mit Füßen getreten

„Die verschlossenen Türen der Stadtteilbibliothek in Wewer sind ein Skandal und stehen im Widerspruch zu dem beschlossenen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Frist zur Gewinnung von Ehrenamtlichen für die Arbeit in den Stadtteilbibliotheken bis zum 10.11.2010 zu verlängern“, so Ratsherr Pirsig.

Die „Bündnis 90/Die Grünen“ haben sich immer vehement gegen die Schließungspläne der Stadtteilbibliotheken von Rödl und Partner gestemmt. Als Alternative wurde von Rödl und Partner die Option der Übernahme der Aufgaben durch das Ehrenamt in Erwägung gezogen. Wenn auch diese Regelung aus Sicht der Grünen immer nur unterstützend zur Arbeit hauptamtlicher Kräfte der Stadtbibliothek verstanden werden darf, so schien dieser Weg dennoch der einzige zu sein, der den Bürgerinnen und Bürgern von Wewer, Dahl, Sande, Schloss Neuhaus und Elsen die Stadtteilbibliotheken erhalten lässt.

Schließlich wurde im Rat verabschiedet, dass bis Ende September 2010 eine ehrenamtliche Lösung gefunden werden soll, andernfalls komme es zur Schließung.

„Diese Frist zeigte sich als viel zu kurz“, so Ratsherr Pirsig. „Die Sommerpause und auch die Ferienzeiten ließen es nicht zu, in einigen Stadtteilen, hier vor allem in Dahl, genügend Freiwillige für das Ehrenamt zu gewinnen.“ Daher wurde von Bündnis 90/Die Grünen im Kulturausschuss der Antrag gestellt, die Frist bis zum 10.11.2010 zu verlängern. Diesem wurde einstimmig (!), auch mit ausdrücklichem Wohlwollen der Verwaltung, zugestimmt.

„Jetzt aber, nachdem die Bibliothek in Wewer in die neuen Räumlichkeiten umgezogen ist, die Tür zu verschließen, macht die Arbeit vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger zunichte und konterkariert die Beschlüsse vom Kulturausschuss und Rat. Man kann nicht auf der einen Seite das Ehrenamt bemühen und sich auf der anderen Seite vor der Frage der Bereitstellung von Räumlichkeiten drücken.“ In Gesprächen mit der Verwaltung hatte bislang Ratsherr Pirsig in Erfahrung bringen können, dass man nach Lösungen suche. Für die Stadtteilbibliotheken, die bislang in Schulräumen untergebracht waren, sah man diese Option auch unkritisch.

Bündnis 90/Die Grünen fordern einen fairen Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für ihre Stadt engagieren und ehrenamtlich aktiv werden wollen. Wenn es Fragen zur Bereitstellung von Räumlichkeiten geht, dann gehören diese Fragen in den Kulturausschuss und Rat. Es kann nicht sein, dass einerseits Bürgerinnen und Bürger aufgefordert werden, sich zu engagieren und im nächsten Moment die Handlungsmöglichkeiten genommen werden.

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