Gesamtschule: CDU hat Angst vor der eigenen Courage

„Die CDU hat Angst vor der eigenen Courage.“ Mit diesen Worten kommentiert die bildungspolitische Sprecherin der Grünen den Vorschlag der CDU zur Einrichtung einer nur „klitzekleinen“ Gesamtschule am Niesenteich unter Beibehaltung der Realschule am selben Standort.

Da werde mit einem halbherzigen und unrealistischen Vorschlag der Anschein geweckt, die CDU kämpfe mit Vehemenz für den Elternwillen und für das Wohl der Realschule, obwohl doch absehbar sei, dass die Realität dieses unsinnige Manöver schon in kurzer Zeit einholen wird. „Offenbar wird der Protest der Hauptschuleltern und -lehrer weniger gefürchtet und geschätzt als der von der Realschule. Den Hauptschülern will die CDU offenbar sogar zumuten, in Containern zu lernen“,  argwöhnt der bündnisgrüne Ratsherr Uli Graben.

Dennoch ist es nach Meinung der Grünen begrüßenswert und für Paderborn ein Meilenstein, wenn die CDU heute ihre jahrelange schulpolitische Blockade aufgibt und sich dem massiven Elternwunsch nach einer 3. Gesamtschule nicht mehr verweigern kann. Es sei jedoch falsch, die Schule zunächst nur vierzügig zu starten. Eine Schule müsse von Beginn an auf solide Füße gestellt werden, es gehe nicht an, nun wieder im alten Stil mit unnützen Hürden und Komplikationen loszulegen, unter denen letztendlich die Schüler und Schülerinnen zu leiden haben.

Von den Grünen wird natürlich gesehen, dass der Niesenteich angesichts der Nähe zur Friedrich von Spee Gesamtschule sicherlich nicht in jeder Hinsicht der optimale Standort für eine neue Gesamtschule ist. Die neue Vorlage der Verwaltung für die kommende Schulausschusssitzung belege jedoch, dass es der einzig mögliche Standort sei – wenn man nicht neu bauen will. Uli Graben: „Eine andere Lösung, die den Erhalt der bisherigen Schulen ermöglichen würde, wäre sicherlich wünschenswert. Unter demografischen Gesichtspunkten wäre der komplette Neubau eines Schulgebäudes aber weder zu verantworten noch sinnvoll angesichts der vielen weiteren Aufgaben, die die Stadt z. B. beim weiteren Ausbau des Ganztags und der U3-Betreuung zu leisten hat. Hinzu kommt, dass Lippspringe laut über die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule nachdenkt und dabei eine Kooperation mit Paderborn zwecks gemeinsamer Oberstufe anstrebt. Dafür kommt natürlich eine der am nächsten gelegenen Schulen in Frage. Insofern ist auch nicht damit zu rechnen, dass es über kurz oder lang zu wenig Schüler für die Oberstufe geben wird“.

Vera Esders ergänzt: „Man muss auch sehen, dass es für die jetzigen Schüler und Schülerinnen der Niesenteichschulen, sowohl der Hauptschule als auch der Realschule mit einer Gesamtschule keine Nachteile geben wird. Schließlich können sie alle angestrebten Schulabschlüsse weiterhin am alten Standort machen wie bisher. Im Gegenteil, sie bekommen nun zusätzlich die Möglichkeit das Abitur zu machen. Das ist doch eine klare Chance!“

Vera Esders

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