Grüne beantragen Füßgängerunterführung am Rosentor

Antrag von Dr. Jennifer Seeckts für eine Fußgängerunterführung am Rosentor

Der Ausschuss Bauen, Planen, Umwelt soll die Stadt Paderborn beauftragen, mit der Deutschen Bahn in Verhandlung zu treten bezüglich einer behindertengerechten Fußgängerunterführung am Rosentor.

Hierbei ist insbesondere zu prüfen, inwieweit die Bahn sich an den dabei entstehenden Kosten beteiligen würde, wenn die Stadt ihrerseits Bereitschaft signalisiert, auf einen PKW-Übergang mit Schranke in diesem Bereich komplett zu verzichten. Zudem könnte zur Attraktivitätssteigerung der   Bahn im gleichen Zuge in diesem Bereich eine Haltestelle installiert werden. Eine Haltestelle

‚Am Rosentor‘ würde aus städteplanerischer Sicht einen großen Gewinn für die Stadt Paderborn darstellen, da in zentraler Lage ein Zugang zur Innenstadt geschaffen würde.

Begründung

Es ist eine stärkere Nutzung der Bahn in den letzten Jahren zu verzeichnen. Sowohl, was den Gütertransport, als auch was den Personennah- und -fernverkehr betrifft.  Mit steigender Tendenz!

Die Bahn gewinnt als Transportmittel in naher und ferner Zukunft immer mehr an Bedeutung. Dies führt zu einer stärkeren Zugfrequenz auf unseren Schienen. Hiervon ist in besonderem Maße auch das Rosentor betroffen. Es sind dort bereits heute schon unerträglich lange Wartezeiten zu verzeichnen, die insbesondere für Gehbehinderte, Mütter mit Kinderwagen und Fahrradfahrer einen unzumutbaren Zustand darstellen. Eine Bewältigung der Treppen ist für diesen Personenkreis so gut wie unmöglich. Eine behindertengerechte Rampe ist nur stadteinwärts vorhanden. Dies ist eine höchst unbefriedigende Situation, besonders an Tagen mit ungünstiger Witterung. Gerade in der Südstadt haben wir einen hohen Bevölkerungsanteil von älteren Mitbürgerinnen und Bürgern, die oft auf einen Rollator angewiesen sind und die diese Strecke aus genau diesem Grunde meiden und große Umwege in Kauf nehmen müssen, um behindertengerecht die Innenstadt zu erreichen. Die Stadt Paderborn ist in der Pflicht, auch diesem ständig wachsenden Personenkreis gerecht zu werden.

Eine großzügige, angstfreie und helle Fußgängerunterführung ist am Rosentor längst überfällig.

Der Verzicht der ohnehin durch lange Wartezeiten bedingten unattraktiven PKW-Überfahrt wäre sozusagen das ‚Schmankerl‘ für die Deutsche Bahn. Die Bahn ist sehr daran interessiert kostenintensive, neuralgische Punkte, wie Bahnübergänge mit Schranken, auf ein Minimum zu reduzieren.

Zudem müsste es im Interesse der Bahn liegen, zur optimalen Auslastung ihrer Züge, zusätzlich Kunden durch höchst attraktive Haltestellen, wie das ‚Am Rosentor‘ ganz gewiss der Fall wäre,  zu gewinnen.

Als kleiner Nebeneffekt würde diese Änderung auch zu einer Verbesserung der Luftqualität beitragen, weil die Auspuffemissionen wegfallen würden. (Wir wären keine Grünen, wenn dieser Punkt nicht auch Erwähnung finden würde.) Wer einmal länger an einem Bahnübergang mit wartenden PKW’s gestanden hat, kennt die Ignoranz der Autofahrer bezüglich Abstellen des Motors an geschlossenen Schranken.

Aus städteplanerischer Sicht wäre der Ausbau des Rosentors zu einem innerstädtischen Haltepunkt  mit barrierefreiem Fußgängertunnel unter Verzicht des Schranken geführten Bahnübergangs für die Stadt Paderborn eine in die Zukunft gerichtete sinnvolle Investition, die bei gemeinsamer Herangehensweise nicht nur zu einem Drittel von ihr getragen werden müsste, sondern auch zu einem Drittel von der Bahn und zu einem Drittel durch Landesmittel bezuschusst würde.

Dr. Jennifer Seeckts

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