„Die Schaffung eines Nationalparks in OWL ist notwendiger denn je!“

Heute bekommen viele ostwestfälische Politiker_innen und der NRW-Umweltminister Johannes Remmel Post in Sachen Nationalpark.  Und zwar von den Freunden des Nationalparkprojekts eine dezidierte Erklärung für den Nationalpark.  Der vollständige Text und weitere Kommentare finden sich im Blog „meinnationalpark„.

(Paderborn, 31. Juli 2012) Anfang Juli gab Prinz Stephan zu Lippe in zahlreichen Medien die Erklärung ab, in Ostwestfalen-Lippe sei der Gedanke eines Nationalparks tot. Dazu nehmen wir als Bürger dieser Region wie folgt Stellung:

Die Schaffung eines Nationalparks in Ostwestfalen-Lippe ist notwendiger denn je. Nur so können die heimischen Wälder langfristig für die Öffentlichkeit erhalten werden, nur so kann verhindert werden, dass sie in private Hände übergehen, was angesichts der leeren kommunalen Kassen, vor allem des lippischen Landesverbandes, demnächst ins Haus stehen wird.

Wie die Kampagnen der Holz- und Jägerlobby vor allem der letzten Monate zeigen, stehen finanzkräftige Privatinvestoren anscheinend schon in den Startlöchern, um sich der heimischen Wälder zu bemächtigen. Was dann hier auf die Natur zukommt, das zeigen aktuelle Beispiele aus dem Osten Deutschlands, wo im Oderbruch bedeutende Wälder ohne Rücksicht auf Verluste, nur  mit Blick auf die hohe Rendite, die der Holzmarkt zurzeit verspricht, geradezu ausgeplündert werden. Hier muss der Bürger als Erholungsuchender draußen bleiben, er ist in den privaten Forsten unerwünscht.

Solche misslichen Entwicklungen gilt es für unsere Region zu verhindern. Wir wollen nicht, dass ostwestfälische Buchen als Furnierholz in die Volksrepublik China geliefert werden.

Die Schaffung eines Nationalparks ist für Ostwestfalen-Lippe die einmalige Chance, nicht Bestehendes zu verwalten, sondern Zukunft zu gestalten – und zwar zum Wohle vieler Generationen. Mit seiner Hilfe kann die Region, auf die in den kommenden Jahrzehnten beängstigende Bevölkerungsverluste zukommen, einen Trend aufhalten.

Und schließlich: Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Wie jetzt Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, feststellte, gibt es in Deutschland zu wenig Nationalparke. Die 14 Parke, die zurzeit ausgewiesen sind, nehmen lediglich 0,54 Prozent der Gesamtfläche ein. Das hebe Deutschland auf eine Ebene mit Griechenland, befand die Präsidentin des Bundesamtes. Dabei sieht die 2007 von der Bundesregierung verabschiedete Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt vor, dass bis 2020 zwei Prozent der Fläche Deutschlands zumindest auf dem Weg zu einer vom Menschen ungestörten Wildnis sind. Höchste Zeit also, vor der eigenen ostwestfälischen Haustür tätig zu werden.

Abschließend sei noch angemerkt: Es kann nicht angehen, dass ein lippischer Prinz, der nach eigenen Angaben Landschaften sammelt, dabei aber Porzellan zerschlägt, über Ja und Nein des Nationalparks bestimmt. Dass rund 35.000 Unterschriften gegen die Einrichtung eines (notwendigen) Natur- und Menschenschutzprojektes gesammelt werden konnten, ist einzig auf gezielte Falschinformation durch die Jäger- und Holzlobby zurückzuführen, die allein ihre eigenen privaten Interessen verwirklicht sehen will.

Und genau das können und wollen wir als Bürger Ostwestfalens, die den Wald für die Allgemeinheit über viele Generationen hinweg erhalten wollen, nicht hinnehmen.

Stellvertretend für die zahlreichen Freunde des Nationalparkprojekts

Andreas Moese (Steinheim-Eichholz), Johannes Menze (Paderborn), Norbert Kortlüke (Benhausen), Lydia Jenderek (Paderborn), Lena Arndt (Paderborn), Ingrid und Burkhard Bröcker (Hövelhof), Alexander Fehmer (Bad Lippspringe), Barbara Leiße (Paderborn), Heinrich Röper (Elsen), Otto Lachnit (Detmold), Reiner Meier (Detmold-Berlebeck), Klaus Hennemann (Altenbeken), Jörg und Ute Krüger (Stadensen), Henric Hennemann (Altenbeken), Jannic Hennemann (Altenbeken), Peter Blome (Dörentrup), Kerstin Bauer (Veldrom-Bad Meinberg), Anna Falke (Paderborn), Reinhard Borgmeier (Paderborn), Peter Michler, Kurt Blaschke (Altenbeken), Ursula Kaibel (Altenbeken), Werner Maas (Schieder-Schwalenberg), Stephan Culemann (Lemgo), Michael Lehde (Salzkotten), Herbert und Anneli Fehmer (Bad Lippspringe), Nicole Strake (Lage), Steffen Wilhelmi (Lage), Rainer und Janine Rumpf (Detmold), Stefanie Kettern (Detmold), Sina Arndt (Detmold), Heike Wagner (Detmold), Volker und Lucia Brzezinski (Detmold), Dr. Bernd Fiege (Schlangen), Dr. Dave Lubek (Paderborn), Norika Creuzmann (Bad Lippspringe)

 

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