Nur ein geändertes Bergrecht verhindert Fracking im Kreis Paderborn

2013-02-05 20.13.04Fracking ist für das Paderborner Kreisgebiet abzulehnen, lautete das eindeutige Urteil des Diskussionsabends der Grünen mit dem Technischen Dezernent des Kreises Martin Hübner und dem grünen Energieexperten Oliver Krischer (MdB). Der beste Hebel sei eine Änderung des einseitig auf Rohstoffgewinnung ausgerichteten Bergrechtes, waren sich beide Experten mit dem 30 Anwesenden einig.

In das aus der Kaiserzeit stammende Bundesbergrecht die Maßstäbe Gemeinwohl und Umweltschutz einzuarbeiten, das  kann aber nur der Bundestag. „Die schwarz-gelbe Bundestagsmehrheit, auch der Paderborner CDU-Abgeordnete Linnemann, blockiert selbst jeglichen Fortschritt bei Umweltschutzauflagen, obwohl der Koalition die Risiken des Frackings durchaus bekannt sind“, ärgerte sich Oliver Krischer. Der grüne Sprecher für Klima- und Energiepolitik hat im Bundestag zahlreiche Gesetzesanträge zum bundesweiten Verbot von Fracking initiiert.

Wenn es hart auf hart komme, könne BNK Petroleum auf die bergrechtlichen Genehmigungen gestützt im Kreis Paderborn mit Erkundungsbohrungen in den Claims Adler, Falke und Falke South beginnen. Fehlende Umwelterwägungen im Bundesbergrecht kritisierten beide Experten scharf. Die grüne Bundestagskandidatin Kerstin Haarmann kündigte eine nächste Einladung an den Energiekonzern BNK Petroleum an, öffentlich zum Fracking im Kreis Paderborn Stellung zu beziehen.

Der Umweltdezernent des Kreises Martin Hübner kritisierte, dass die Bergbaubehörde in Arnsberg zwei Konzessionen im Kreisgebiet vergeben hat, ohne die Verantwortlichen einzubeziehen. „Dass die zuständige Bezirksregierung nicht auf die begründeten Einwände der Bürger, Politiker und Wasserversorger reagiert, sei sehr unüblich“, monierte Hübner. Auf Veranlassung der NRW-Landesregierung beteilige die Bergbehörde inzwischen die Kommunen. In der öffentlichen Diskussion über das dritte Erkundungsfeld ‚Falke South’ zeigte sich die einmütige Ablehnung des Frackings durch den Kreistag.

Wie viel Paderborn zu verlieren hat, machte Hübner am Beispiel Wasser klar. Der Kreis Paderborn exportiere Wasser von höchster Qualität. Weite Fläche des Kreisgebietes gelten nach dem Regionalplan als Grundwassergefährungsgebiet.  Bei den hohen Fließgeschwindigkeiten  im Karst von 400 Metern pro Stunde bedeute eine Verunreinigung des Grundwassers mit hochgiftigen Frackfluids ein hochgradiges  Gefährdungspotential. Hübner verwies auf das Gutachten der Hydrologiebüros Schmidt und Partner, das auf erhebliche bohrtechnische Probleme aufmerksam gemacht und Fracking im Kreisgebiet faktisch als unverantwortlich eingestuft hat.

Besser als Fracking sei, da waren sich Martin Hübner und Oliver Krischer einig,  den Verbrauch zu drosseln und Energie effizient zu nutzen und auch auf erneuerbare Energien zu setzen.

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