Szenario: Stell dir vor… Radioaktive Wolke erreicht Hannover! Selbst die Jodtabletten kämen zu spät!

Am Samstag, von 12.05 – 12.50 Uhr markiert eine Aktions- und Menschenkette im Umkreis des AKW Grohnde eine mögliche Kernkatatrophenzone. Die Linie führt auch durch Altenbeken. Der grüne Kreisverband und die Initiative Paderbornerland 100% erneuerbar rufen zum „Demo-Zug auf der Altenbekener Bahnhofstraße“ im Rahmen der Grohnde-abschalten-Kampagne auf.

Hintergrund ist ein Katastrophenszenario der „Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten“grohnde - eoffHannover. 6.3.2013, 8 Uhr.

Nach dem Szenario hat die radioaktive Wolke bei den derzeit herrschenden süd-östlichen Windrichtungen und selbst bei schwachem Wind 2-3 (8 km/h) gegen 4 Uhr das 25 km entfernte Springe in der Region Hannover und Rinteln im Landkreis Schaumburg und gegen 7 Uhr den 45 km entfernten Hauptbahnhof von Hannover und die Stadt Minden (NRW) erreicht. Dabei hat Nordrhein-Westfalen noch nicht einmal die Vorgabe des Bundes von 2008 umgesetzt, Fernzonen 25km – 100km um das AKW einzurichten, in denen dann Jodtabletten an Kinder und Schwangere ausgegeben werden sollen.

Die Radioaktivitätsmessungen durch das bundesweite Ortsdosisleistung- (ODL)- Messstationensystem odlinfo.bfs.de haben ergeben, dass nicht nur das von Grohnde 10 km entfernte Hameln, sondern ebenso Springe, Rinteln und die Landeshauptstadt wegen des Überschreitens der Eingreifrichtwerte hätten evakuiert werden müssen. Die Katastrophenschützer sind völlig überfordert, die Krankenhäuser überfüllt und die 22 vorgesehen Betten in der MHH Hannover für akut Strahlenerkrankte, alles Arbeiter im AKW Grohnde, reichen nicht aus.

Wie hätten die Behörden die BewohnerInnen nachts warnen können? Mit Ende des Kalten Krieges hat der Bund nach 1990 die Finanzierung von Sirenen mit ABC-Alarm eingestellt und den Kommunen überlassen. In Großstädten sind Feuerwehr-Sirenen durch Pieper-Alarmierung abgelöst worden. Die vom 25km-Radius tangierte Region Hannover plant, die Bevölkerung mit Lautsprecherwagen zu informieren. Wenn der Super-Gau schon eingesetzt hat, würden diese ebenso nicht durchkommen, wie Feueurwehrautos, die in der Fernzone (25-100km-Radius) Jodtabletten von Hubschrauberanlieferpunkten bis 9 Uhr an Ausgabestellen wie Wahllokale ausliefern sollen. Selbst wenn sie  trotz Super-Gau-Stau durchkämen, kämen sie zu spät, denn die Jodtabletten sollten 5 Stunden vor Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen werden. Um die Tabletten abzuholen, müsste die Bevölkerung jedoch das Haus verlassen, was sie auf Grund der durchziehenden radioaktiven Wolke aber eingentlich vermeiden sollte. Zudem können sie nur Schilddrüsenkrebs vermeiden, nicht andere Krebsarten oder gesundheitliche Strahlenfolgen. Die Jodtabletten sind in der Fernzone nur für Kinder bis 18 Jahren und Schwangere vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind nicht geplant, obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz in einer Studie nachgewiesen hat, dass ein Verbleiben im Haus in bis zu 100 km Entfernung notwendig werden kann.

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