Zeitgemäße Antworten – Grünen-Politker besuchen St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten

130409_MdB-Besuch Grüne StJosefs 003aAm Dienstag, 9. April 2013, besuchten Maria Klein-Schmeink (MdB), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages, Bundestagskandidatin Kerstin Haarmann und Werner Jülke, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales, der Partei Bündnis 90/Die Grünen das St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten. Die Politiker hatten um den Besuch gebeten, um mit Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Düllings und den weiteren Mitgliedern der Betriebsleitung die Probleme in der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Salzkotten und dem Kreis Paderborn zu diskutieren. Denn die finanzielle Situation der Krankenhäuser der sogenannten Grund- und Regelversorgung, zu denen auch das Salzkottener Krankenhaus gehört, ist schwierig. Viele der Häuser schreiben „rote“ Zahlen.

„Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: Wollen wir die ländlichen Krankenhäuser?“, formuliert Maria Klein-Schmeink eine der zentralen Fragestellungen, die sie zu ihrem Besuch ins Salzkottener Krankenhaus mitgebracht hatte. Sie beantwortet diese Frage aus Sicht ihrer Partei mit einem klaren „Ja, wir wollen eine wohnortnahe Versorgung!“ Schließlich gebe es immer mehr ältere Patienten, die nicht ohne weiteres eine Strecke von 20 oder 30 Kilometern auf sich nehmen könnten, um im nächstgelegenen Krankenhaus versorgt zu werden. „Dem müssen wir gerecht werden!“

Hauptgeschäftsführer Düllings stimmt zu: „Gerade ländlich gelegene Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung erfüllen eine unverzichtbare Funktion bei der Patientenversorgung. Planungsdaten und Fallzahlen belegen dies ebenso eindeutig, wie die Zufriedenheit der Patienten mit den Häusern.“ Denn auch in kleineren Krankenhäusern werde exzellente Medizin gemacht.

Erst kürzlich bescheinigten die Patienten dem St.-Josefs-Krankenhaus u.a. auf dem Internetportal der Bertelsmann-Stiftung www.weisse-liste.de eine überdurchschnittlich hohe Patientenzufriedenheit von 87 Prozent. Der Bundesdurchschnitt der Krankenhäuser schneidet hierbei lediglich mit 82 Prozent ab. „Um es mit den Worten von Mutter Clara Pfänder, Ordensgründerin der Franziskanerinnen Salzkotten, auf den Punkt zu bringen: Das St.-Josefs-Krankenhaus bietet ‚zeitgemäße Antworten auf die Nöte der Menschen‘. Doch trotz der so wichtigen Rolle der ländlichen Krankenhäuser und der exzellenten Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Existenz der kleineren Krankenhäuser durch das unzureichende Finanzierungssystem in Deutschland bedroht“, bilanziert der Geschäftsführer, der gleichzeitig Präsident im Bundesverband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. ist. „Nun ist es an der Zeit, dass die Politik für zeitgemäße Antworten sorgt.“ Natürlich sei die für 2013 und 2014 geplante Sonderzahlung für die Krankenhäuser eine kleine Hilfe. Jedoch werde damit nicht der grundsätzliche Fehler im System behoben, der es den Häusern der Grund- und Regelversorgung schwer macht: „Die Fallpauschalen, die jedes Krankenhaus egal welcher Größe für seine Leistungen in gleicher Höhe erhält, wurden für mittelgroße Einrichtungen mit 400 Betten kalkuliert“, erläutert der Fachmann. „Das führt dazu, dass kleinere Krankenhäuser, wie das St.-Josefs-Krankenhaus mit 222 Betten, nicht kostendeckend arbeiten können. Denn die zum Großteil identisch anfallenden Fixkosten müssen in kleinen Häusern durch viel weniger Fallpauschalen beglichen werden“, erklärt Düllings die Rahmenbedingungen. „Das kann so nicht richtig sein. Aus diesem Grund plädieren wir für einen Sicherstellungszuschlag für ländliche Krankenhäuser“, schließt er.

Maria Klein-Schmeink pflichtet ihm bei. Auch sie ist für eine Reform des Systems. Auch um zu überprüfen, wo derzeit Fehlanreize geboten werden, die beseitigt werden müssen. Im letzten Jahr versorgten die ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des 222 Betten großen St.-Josefs-Krankenhauses über 9.000 Patienten stationär und über 17.000 Patienten ambulant – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommen ca. 200 Patienten pro Jahr, die die examinierten Pflegefachkräfte des Ambulanten Pflegezentrums (APZ) betreuen. Neben der Patientenversorgung kommt dem St.-Josefs-Krankenhaus als größtem Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in Salzkotten auch eine große gesellschaftliche Bedeutung zu: Neben der Aus- und Weiterbildung von Praktikanten und Assistenzärzten in der Medizin, bildet die Krankenpflegeschule des Hauses jährlich 64 junge Menschen in zwei verschiedenen Gesundheits- und Krankenpflegeberufen aus.

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