Chance für die notwendige Dorfentwicklung in Nordborchen nicht leichtfertig gefährden

borchen grüner vorstand 2013Grüne zur Kampfabstimmung über die Begegnungsstätte

Die Forderung der Borchener CDU Fraktion, den unter Denkmalschutz stehenden alten Kuhstall beim Mallinckrodthof in Nordborchen zu einem Begegnungszentrum umzuwidmen, stieß in der zurückliegenden Ratssitzung auf überwiegend kritische Resonanz und Unverständnis. Dementsprechend knapp fiel auch die Abstimmung (13 JA von CDU und BBU bei 12 NEIN Grüne und SPD und zwei Enthaltungen der FDP) aus.

Dieses hauchdünne Ergebnis zum Begegnungszentrum „Jung trifft Alt“ ist aus Sicht der Grünen zu knapp, um darauf eine für Borchen richtungsweisende Entscheidung hinsichtlich der Dorfentwicklung voranzutreiben. Diese sollte von einem breiten Konsens getragen werden, sowohl innerhalb des Rates als auch unter den Borchenern, kritisieren die Grünen das Ergebnis der Kampfabstimmung.

Nach Auffassung der Grünen im Rat hat sich die Mehrheitsfraktion auf den Ausbau des alten Kuhstalls zu schnell und unnötig festgelegt. Ins Feld geführt wurden hierbei Argumente, die auf den ersten Blick eventuell nachvollziehbar erscheinen könnten, wie etwa das Vorhandensein von Infrastruktur und Parkplätzen. Bei der Bewertung, inwieweit die denkmalgeschützte Bausubstanz, überhaupt den vorab festgestellten Kriterien des Raumprogrammes standhält, muss die vorgeschlagene Variante bereits erhebliche Einbußen hinnehmen.

Nachdem der Landschaftsverband eine bauliche Erweiterung, wenn überhaupt, nur in bescheidenen Ausmaße genehmigen würde bedeutet dies, dass entsprechend der ersten Planungen für das Begegnungszentrum neben der Laurentiuskirche vermutlich nur die Hälfte des ursprünglich vorgesehen Raum zur Verfügung stünde. Unter den heute selbstverständlich anzuwendenden Kriterien der Barrierefreiheit wird schnell deutlich, wie bescheiden sich die räumlichen Gegebenheiten und damit die Entwicklungsmöglichkeiten darstellen. Kriterien der Energieeffizienz und der Belichtung sind weitere problematische Faktoren, die eine Nutzung erschweren werden.

„Der zu erwartende Kostenrahmen der Umbaumaßnahme wird mit dem nutzbaren Raum nicht ansatzweise in Relation stehen können“, so Guido Reitmeyer. Hartmut Oster bekräftigt: „Mit der schlauchartigen Architektur ohne wirkliche Ausbauoptionen ist der Kuhstall für das interessante Projekt bei genauem Hinsehen denkbar ungeeignet.“

Sozialer Zündstoff ergibt sich aus Sicht der Grünen darüber hinaus auch aus der Tatsache, dass das Gebäude einerseits bewohnt ist und darüber hinaus auch mit der Puppenspielbühne Nelo Thies ein kulturell wertvolles Angebot gefährdet wäre.

Unterm Strich kommen die Grünen in Borchen zu dem Ergebnis, dass hier andere Lösungen gefragt sind, mit der sich die Borchener auch freuen und verbinden können. Der Mallinckrodtpark mit dem Rosengarten sollte hierbei mit größtmöglicher Sensibilität ins Auge gefasst werden. Ihn gilt es zu schützen und zu bewahren und nicht unter dem Aspekt des Bauerwartungslandes ins Kalkül zu ziehen.

„An dieser Stelle sollte die Mehrheitsfraktion des Rates, die notwendige breite Akzeptanz und die Chance für die Dorfentwicklung nicht leichtfertig gefährden“, bringt es Karl-Edzard Buse-Weber zusammenfassend auf den Punkt.

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