Erst bezahlbare Energie schafft soziale Gerechtigkeit – Diskussion mit Oliver Krischer am Donnerstag

oliver krischer_baumDie Energiewende wird höchst ungerecht finanziert. Mehr soziale Gerechtigkeit fordern die Grünen mit Blick auf die Stromkunden. Derzeitig geht die Strompreis-Schere zwischen Industrie und Verbrauchern immer weiter auseinander. Laut einer Analyse des Statistischen Bundesamtes von Ende Juli 2013 bezahlen die privaten Haushalte in 2013 27 Ct/kWh, und damit 7 Cent mehr als in 2008, während der durchschnittliche Preis für Sonderkunden aus Industrie und Gewerbe lediglich um 0,1 Cent auf 10,1 Ct/kWh stieg.

„Wenn die Kosten zwischen Verbrauchern und Industrie fair verteilt werden, bleibt Energie für alle bezahlbar“, fordert Oliver Krischer (MdB). Die privaten Haushalte seien dabei doppelt gekniffen. „Sie dürfen den Großteil der 11 Milliarden Entlastung für Firmen in diesem Jahr bezahlen. Zum anderen bekommen sie von ihrem Stromversorger nicht deren gesunkene Einkaufpreise weiter gereicht.“ Unter dem Motto „Energiewende sicher, sauber und sozial“ stellt sich der energiewirtschaftliche Sprecher der grünen Bundestagsfraktion am Donnerstag, den 19. September, im Café Röhren, ab halb acht den Fragen der Betroffenen. Die grüne Direktkandidatin Kerstin Haarmann führt ins Thema ein.

Zwar wird Strom an der Leipziger Energiebörse billiger, rechnet der grüne Energieexperte vor. Aber Firmen, die größere Strommengen abnehmen, bekommen von den Energieversorgern die gesunkenen Börsenpreise weitergegeben, weil in diesem Kundensegment ein höherer Wettbewerbsdruck herrscht. Viele der Sondervertragskunden profitieren zudem von der kompletten oder teilweisen Befreiung bei den diversen Abgaben wie etwa bei Netzentgelten oder der EEG-Umlage.

Hinzu komme, dass nicht die Erneuerbaren Energien die Preistreiber sind, sondern die fossilen Energieträger, die entweder aufwendig und hoch riskant gefördert, oder aber aus fernen Ländern importiert werden müssen. In den vergangenen zwölf Jahren stiegen die Preise für Erdöl und Erdgas um 116 bzw. 76 Prozent. Im selben Zeitraum sind die Vergütungssätze von Windrädern an Land und der Photovoltaik-Anlagen um 3 bzw. 65 Prozent gesunken. „Wir brauchen endlich eine richtige Energiewende, die den Weg frei macht für mehr Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Damit stoppen wir nicht nur die Milliardenüberweisungen für teures Erdöl der Ölscheichs und für Erdgas an Herrn Putin, sondern schützen damit nachhaltig das Klima“, schlussfolgert Krischer.

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