„Was hilft ist, dass uns die Leute vor Ort kennen!“ – Meinung von Sigrid Beer

Sigrid Beer (MdL)Das ist meine feste Überzeugung. Wir lassen uns jetzt nicht den Schneid und unsere Überzeugungskraft abkaufen. Nein, es gibt keine Entschuldigung dafür, dass vor mehr als 30 Jahren nicht unmittelbar die notwendigen und eindeutigen Grenzen gezogen worden sind, dafür, dass pädophile Interessen auf der gesellschaftlich notwendigen Emanzipationsbewegung mitgeschwommen sind und mit Einzug halten konnten in grüne Diskussionen und Parteistrukturen.

Es ist beileibe kein Ausweichen in der Debatte, wenn man sich vor Augen hält, dass damals in der FDP das Thema in Diskussionen und Parteianträgen einen hohen Stellenwert hatte, dass auch Kinderschutzbund und Ev. Kirche oder die Humanistische Union Bedarf in der Aufarbeitung haben.

Wir Grünen haben programmatisch sehr klar schon vor Jahrzehnten die Grenzen gegenüber jeder Form von sexuellem Missbrauch richtig gezogen. Wir haben keinen programmatischen oder inhaltlichen Nachholbedarf. Aber wir haben den Bedarf, unsere Geschichte und die Offenheit gegenüber Forderungen einzelner Gruppen in den Anfangsjahren der Grünen aufzuklären.

Das sind unbequeme Debatten, aber ich will sie für jede Entscheidung führen, die wir zu treffen haben oder getroffen haben. Blinde Flecken können und wollen wir uns als Grüne nicht erlauben. Zukleistern ist nicht unsere Art.

Grüne sind nicht die besseren Menschen, aber wir haben einen Anspruch an uns selbst. Das ist unser Rückgrat. Deshalb gehe ich auch entschlossen in die letzten Tage dieses Wahlkampfs. Das sind wir allen schuldig, die sich seit jeher bei den Grünen, mit und für die Grünen dafür engagiert haben, dass wir uns bewusst sind: Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt. Das ist nicht pathetisch, das ist Ansporn, das nimmt uns in die Verantwortung hinein.

Und die ist ganz konkret:

Es geht um Fracking, es geht darum, wie wir das produzieren, was wir essen,

darum, wie wir zusammenleben, es geht um mehr Gerechtigkeit,

darum, wie wir die Demokratie stärken können und nicht zuletzt endlich die Energiewende entschlossen angehen.

Wir sehen uns, um konstruktiv und weiter zu diskutieren.

Grüne Grüße

Eure Sigrid

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