Baumfrevel in Sande Hohe Kamp – Grüne fragen nach

ABaum2nwohner in Sande – Hohe Kamp haben in der vergangen Woche ihren Augen nicht getraut. Hier geht der Baumfrevel um. Zwischen 120 bis 150 Obstbäume und etliche weiterer Bäume entlang der Gunne wurden einfach dem Erdboden gleich gemacht. Die Obstbäume, alle im Schnitt zwischen 10 – 15 Jahre alt, wurden mit einem Bagger raus gerissen und fein säuberlich aufgereiht und abgelegt. Früher nannte man so etwas Baumfrevel. Im dreißigjährigen Krieg wurden gegnerische Obstkulturen zerstört, um einen Gegner nachhaltig zu schädigen! Bis ins 18. Jahrhundert stand in weiten Teilen Deutschlands sogar die Todesstrafe auf so eine Tat! Aber diese Zeiten sollten lange vorbei sein.

Die betroffene Streuobstwiese ist eine ehemalige städtische Fläche, die eigens für Straßen- und Wohnbebauung als Ausgleichsfläche angelegt wurde.  Auf Beschluss der Mehrheitsfraktion im Paderborner Stadtrat wurde diese Fläche 2010 an die jetzt dort tätig gewordene Firma veräußert und dem Flächenfraß durch Kiesabgrabung „freigegeben“. Die Streuobstwiese wurde mit Steuergeldern angelegt und über Jahre auch gepflegt. Mit dem Ratsbeschluss wurde die Firma dazu verpflichtet „gleichwertige Obstbäume“ auf städtischen Ausgleichsflächen anzupflanzen. Für den nächsten Bezirksausschuss wird das grüne Sander Ratsmitglied Markus Müller deswegen einen Anfrage auf den Weg bringen, auf welchen städtischen Flächen diese Bäume angepflanzt wurden.

Unverständlich bleibt, warum man diesen Bereich als Kiesabgrabungsstätte mit samt der Gunne-Umlegung nicht ausgespart hat. Die CDU Mehrheitsfraktion hat dies seinerzeit mit wirtschaftlichen Gründen gerechtfertigt.

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