Unsere Dörfer bleiben lebens- und liebenswert!

SAMSUNGZu den geplanten Veranstaltungen der Delbrücker CDU zum Thema LEP meint der grüne Delbrücker Kreistagsabgeordnete und Landratskandidat Harald Grünau:

„Der neue Entwurf für einen Landesentwicklungsplan in NRW hat in den letzten Wochen viel Staub aufgewirbelt und die Nachrichten dominiert. Bis Ende Februar konnten Kommunen und Verbände, Organisationen und Privatleute ihre Bedenken und Kommentare dazu bei der Düsseldorfer Staatskanzlei einreichen. Davon ist im Paderborner Land reichlich gebraucht gemacht worden. Der Kreis und alle Städte und Gemeinden haben nach intensiver, wenn auch nicht immer sachlicher Diskussion Stellungnahmen beschlossen, zumeist auf der Grundlage der sogenannten „Detmolder Erklärung“.

Soweit das Verfahren. Doch in Delbrück wie auch anderswo scheint es, die CDU hätte den Schuss nicht gehört. Nach Ablauf der Beteiligungsfrist lädt man hier ein zu drei hochkarätig besetzten „Informationsveranstaltungen“. Der dahinter liegende Sinn ist offensichtlich: Man möchte ein typisch landespolitisches Thema strecken, damit es bis zu der Kommunalwahl am Köcheln bleibt. Damit hat es zwar nichts zu tun, aber bei den eigentlich wichtigen kommunalpolitschen Themen ist die Delbrücker CDU gerade nicht so gut aufgestellt. Ob in der Schuldebatte, dem Innenstadtkonzept oder der Bürgermeisterkandidatur, in allen wichtigen Fragen vor Ort zeigt die Mehrheitspartei sich handlungsunfähig oder konfus – jedenfalls immer fern ab vom Bürgerwillen. Da bietet es sich geradezu an, mit einer auf´s Irrationale zielenden Kampagne Ängste zu schüren mit forschen Attacken gegen „die da“ in Düsseldorf Punkte für das eigene Ratswahlergebnis sammeln zu wollen.

Zur Erinnerung: Das sogenannte 5-Hektar-Ziel (die Reduzierung der täglichen (!) Neuversiegelung von Freiflächen von rund 20 auf 5 ha) für NRW stammt vom damaligen CDU-Umweltminister Uhlenberg, vor sechs Jahren mit Zustimmung aller Gebietskörperschaften und Verbände stolz der landesweiten Öffentlichkeit präsentiert. Für Landwirtschaft und Naturschutz müssen Freiräume erhalten bleiben. Und die durch den landesweiten Bevölkerungsrückgang bedingte Landflucht hat bereits seit langem begonnen und wird sich noch verstärken – auch im Kreis Paderborn. Wer dem etwas entgegen setzen will, darf keine sterbenden Dörfer plakatieren, sondern muss gerade die aktiven dörflichen Zentren stärken. Im LEP-Entwurf finden sich dazu Ansätze, die es zu nutzen und auszubauen gilt. Das sind nur zwei der drängendsten Fragen, der sich die Landesplanung in den kommenden Jahren zu widmen hat. Bleibt zu hoffen, dass spätestens nach den Kommunalwahlen auch die heimische CDU beginnt, sich in konstruktiver Weise damit auseinander zu setzen.“

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