Vera Esders wünscht Paderborn eine grüne Zukunft – ein halbes Leben in der Kommunalpolitik

Vera EsdersMit den ersten Grünen ist Vera Esders 1984 mit dem Motto „Die Zeit der Drei Hasen ist vorbei“ in den Paderborner Rat eingezogen. In der Februar-Ratssitzung legte sie ihr Mandat zurück. „Vera Esders hat mit Durchsetzungskraft, Ausdauer und Fleiß die Arbeit der Grünen in Paderborn über viele Jahre geprägt und vorangebracht. Sie wird uns allen sehr fehlen“, erklärte Klaus Schröder für die Paderborner Grünen.

Im großen Sitzungssaal erklärte Ratsfrau Esders: „Dies war heute meine letzte Ratssitzung. Nach 30 Jahren Kommunalpolitik in Paderborn – das ist mein halbes Leben – lege ich jetzt mit Abschluss dieser Sitzung mein Mandat nieder. Ich möchte mich von Ihnen allen und von Paderborn verabschieden. Vor über 30 Jahren bin ich aus dem Emsland an die Pader gekommen und habe hier mehr als die Hälfte meines Lebens verbracht. Und jetzt, in dem möglicherweise letzten Drittel meines Lebens, möchte ich noch einmal das Leben am Rhein testen.

Ich möchte mich bei Ihnen allen bedanken für die Zusammenarbeit, die mal schlechter und mal besser war. Ich bedanke mich natürlich nur für die bessere. Natürlich gehe ich genauso ungern wie gern und es fällt mir genauso schwer wie leicht, mich von allem zu verabschieden, was für mich in den letzten 30 Jahren prägend war. Ich freue mich aber auch auf mein neues Leben. Bei so manchem Projekt, das zurzeit noch in Paderborn zur Diskussion steht, wäre noch gern dabei.

Ich schließe es auch nicht aus – in weiter Ferne, möglicherweise auf der Suche nach einem Altersruhesitz – irgendwann noch einmal nach Paderborn zurückzukehren. Wenn ich daran denke, nach vielen Jahren nach Paderborn wieder zurück zu kommen, dann stelle ich mir vor, wie ich mit Spannung die Stadt neu erkunde.

Dann stelle ich mir vor, wie ich mir mit Vergnügen eine neue, sehr gelungene Stadtverwaltung ansehe. Ich stelle mir vor, wie ich über einen neu gestalteten Königsplatz spaziere. Der ist dann gar nicht mehr wiederzuerkennen. – Naja, das mit der goldenen Farbe hätte man vielleicht etwas dezenter machen sollen. Ich stelle mir vor, wie ich über einen neu gestalteten Domplatz gehe und mit Freude feststelle, dass die Autos und die Parkplätze doch noch irgendwie verschwunden sind. Ich staune über die dort entstandenen neuen Möglichkeiten und das Leben dort.Danach gelange ich zur neuen Volkshochschule am Stadelhof und ich genieße die lebendige weitgehend autofreie Innenstadt. Insgesamt stelle ich fest bei meinem Rundgang durch die Stadt, dass der Autoverkehr stark abgenommen hat. Es ist viel Ruhe entstanden, viel Platz zum Aufhalten, zum Radfahren, zum Flanieren und für Kinder. Für die Mobilität steht ein gut getakteter Busverkehr mit großen und kleinen Bussen zur Verfügung, die mich in jeden Winkel der Stadt bringen. Mir steht ein Netz von Carsharing-Autos zur Verfügung, falls ich doch einmal mit dem Auto fahren möchte.

Vor den Toren der Stadt angelangt, blicke ich auf die vielen Windparks und die vielen Windmühlen. Ich atme ich tief durch und stelle fest, die Luft ist frisch und sauber. Dann freue ich mich, dass es nach der Neugründung von Stadtwerken gelungen ist, Paderborn zu 100% mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

Und während ich da so stehe und über das neue Paderborn nachdenke und überlege, dass ich hier wohl gerne wieder leben möchte, tippt mir plötzlich jemand auf die Schulter…. Herr Honervogt – erstaunlicherweise kaum gealtert. Wir gehen zusammen einen Kaffee trinken und sinnieren darüber, wie es damals, 1984, war, als wir beide zusammen als neue Mitglieder in den Rat einzogen. Deshalb möchte ich mich jetzt nach diesem kleinen Stadtrundgang ganz besonders auch von Dieter Honervogt verabschieden. Er war nämlich als Einziger die ganzen 30 Jahre mit mir dabei. Herr Honervogt, Sie sind ab jetzt konkurrenzlos der älteste
Hase im Rat. Ihnen allen wünsche ich alles Gute und der Stadt Paderborn – ich kann nicht anders – eine grüne Zukunft, die meinen Visionen sehr ähnlich ist. Machen Sie es gut.“

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