Grüne Kreistagsbewerberinnen gegen Bordellgenehmigung

Grüne Kreistagsbewerberinnen 130514Die Grünen Bewerberinnen für den Kreistag stellen sich hinter den Grünen Bürener Ratsherren Reinhold Zühlke, der als einziger gegen die Genehmigung eines Bordells im Bürener Industriegebiet gestimmt hatte. Sie kündigen für den nächsten Kreistag Initiativen zur genaueren Betrachtung der Bordellsituation und zur Hilfe für die dort tätigen Frauen an.

Der örtlichen Politik steht nicht nur das Bauordnungsrecht zur Verfügung. Gerade dieses Thema muss nach Ansicht der kreisgrünen Frauen sozialpolitisch begleitet werden. Sie fordern die Bürener Bürgerinnen und Bürger auf, sich gegen das geplante Bordell auszusprechen und noch Einfluß zu nehmen. Die Information der Öffentlichkeit über dieses Vorhaben war zu kurzfristig.

Kerstin Haarmann, Grüne Spitzenkandidatin für den Kreistag, moniert die offensichtliche Einfältigkeit und Hilflosigkeit der bisherigen Debatte mit Blick auf die Äusserungen der Bürener Ratsherren. „Wenn die CDU erklärt, Büren könne nicht Speerspitze des Widerstandes gegen ein nicht gewünschtes Bordell sein, dann ist das eine Bankrotterklärung über die eigenen Fähigkeiten. Man kann das Thema zumindest vertagen bis eine gründliche Prüfung aller relevanten Aspekte der Angelegenheit abgeschlossen ist. Außerdem kann man zwischenzeitlich die Öffentlichkeit informieren und mit dem Vermieter über Alternativen sprechen, anstatt die Genehmigung im Schweinsgalopp zu erteilen.“ Bei der Aussage des Ratsherren der FDP: “ Eigentlich sollten wir froh sein, daß es ein Bürener Unternehmer ist. Sonst macht es ein anderer…“ drängt sich nach Ansicht von Haarmann der Eindruck auf, hier ginge es nur um Einnahmen für die Stadtkasse. „Wenn das Liberalität heißt, nein danke!“

„Den Kreisgrünen geht es nicht um eine moralische Bewertung der Prostitution, sondern um deren gesellschaftlichen Folgen“, meint Anja Podtschaske, Grüne Kreistagsbewerberin. „Es gilt, Frauen und Mädchen vor Menschenhandel zu schützen, der häufig seine Ursache in der Prostitution findet. Denn weit mehr als die Hälfte der Frauen in Bordellen gelangen nicht freiwillig zu dieser „Arbeit.“ Wir wollen nicht zusehen müssen wie Frauen in Büren womöglich erpresst, gedemütigt und ausgebeutet werden. Sondern wir brauchen Bürgerinnen und Bürger, gerne auch Kirchen, die aufmerksam die Verhältnisse in ihrem Ort beachten. Den Kopf in den Sand stecken und wegschauen hilft nicht wie die Äußerung eines Bürener SPD Ratsherren nahe legt: „Eigentlich haben wir aber Glück im Unglück, denn das Bauvorhaben befindet sich weit weg vom Wohnraum und den Kirchen…“

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