„Gute Arbeit – soziales Europa“ – Am Tag der Arbeit färbt sich der Rathausplatz gewerkschaftlich rot

erster mai“Dass ich den Bürgermeister mal beschirmen würde, hätte ich nie gedacht.” Der Marx von Paderborn hat Humor. Der DGB-Vorsitzende, ein IG Metaller, behütet den Bürgermeister Paus mit einem Regenschirm – natürlich – in tiefschwarz.  Am Tag der Arbeit ist der Ratshausplatz am Tag der Arbeit ansonsten von roten Fahnen, Gewerkschaft und SPD, inklusive bündnisgrüner Fahnen (Foto) eingefärbt und umstellt von geschlossenen Frühlingsfestbuden. “Erst die Inhalte, dann das Familienfest”, erklärt Stefan Marx. Die Demo steht unter dem Motto “Gute Arbeit – Soziales Europa”. Ein Kollege der Eisenbahngewerkschaft verknüpft später lokale und europäische Perspektiven.

Die Heinz-Paus-Abschiedsrede enthält durchaus mehr als das übliche Lob für die Arbeit der Betriebsräte. Marx findet es gut, dass der CDU-Politiker einen Arbeitnehmerempfang ausrichtet. Im Verlauf der Rede driftet Paus dann aber ab in das wohlvertraute Lob einer prosperierenden Großstadt. Weiter so, Paderborn? Dabei gibt es ökonomische Probleme.

Auf dem Theo-Schulhof redet ver.di-Bundesvorstand Dr. Wolfgang Uellenberg- van Dawen dann Tacheles, attackiert Lohnlücken und die unsichtbare Hand des Marktes, zitiert den Papst “Wirtschaft tötet” und Willy Brandt “Starke Schultern müssen mehr tragen”. Im kölschen Slang redet er von “Kulturkampf” und schreit ins Mikro: “Ist es ein Zeichen von Generationsgerechtigkeit, wenn ein Kollege 45 Jahre gearbeitetet hat und über Jahre eingezahlt hat, eine lebensstandardserhaltene Rente zu verweigern?” Das vorhandene Geld müsse richtig verteilt werden. Mit dem Rosa Luxemburg-Zitat “Das Volk ist nicht dümmer, als die Führung” spricht er von der Blindheitspolitik der CDU.

Der Bürgermeister ist da schon längst weg, zur Eröffnung des Schloss-Sommers und zur Feier des 20-jährigen Landesgartenschau-jubiläums. Die Dixie-Tramps aus Düsseldorf machen dann den Auftakt zum Fest.

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