Medizinische Fakultät wird vom Land NRW unterstützt – Landrat Manfred Müller sollte dies eigentlich wissen

Portrait Sigrid Beer 2011Zu den Äußerungen des Landrats Manfred Müller, dass wir eine Medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe bräuchten und das Land sich derzeit diesbezüglich verweigert, erklärt Sigrid Beer, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen Landtagsfraktion: „Ich frage mich, ob Herr Müller eine solche Verdrehung des Sachverhalts nötig hat.

Der Landrat weiß doch sicher ganz genau, dass derzeit ein Kooperationsmodell etabliert wird, das auf einem Konzept der Universität Bielefeld und der Universität Bochum basiert. Nach dem Bochumer Modell sollen jährlich 60 Studierende die zweite klinische Ausbildungsphase in kooperierenden Kliniken in OWL absolvieren. Für die noch im Aufbau befindliche Kooperation stellt das Land im Haushalt 2014 1,5 Millionen Euro bereit.

Die Schaffung eines komplett eigenständigen Medizinstudiums in OWL ist an der mangelnden Beteiligung des Bundes gescheitert. Weder CDU-Bundesgesundheitsminister Gröhe, noch sein FDP-Vorgänger Bahr, und auch nicht die CDU-Bundeswissenschaftsminsterin Wanka sowie ihre Vorgängerin Schavan haben sich an diesen Plänen beteiligen wollen. Zu Zeiten der CDU-FDP-Landesregierung hat Minister Pinkwart zwar eine Medizinische Fakultät für OWL in Aussicht gestellt, aber dies war nur heiße Luft, die Landesregierung hatte keine entsprechenden Vorbereitungen getroffen.

Herr Müller sagt, dass Ehrlichkeit im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern für ihn eine große Bedeutung hat. Herr Müller sollte auch im Wahlkampf beim Thema Medizinische Fakultät ehrlich bleiben: nur mit dem Kooperationsmodell können wir schnellstmöglich und finanzierbar die notwendigen Fachkräfte für OWL ausbilden. Darin waren sich auch die Sachverständigen in den Anhörungen des Wissenschaftsausschusses des Landtags einig.“

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