SuedLink-Stromtrasse im Kreis Paderborn? Borchener Bündnisgrüne stellen Notwendigkeit in Frage

südlink-trasseDer Übertragungsnetzbetreiber TenneT ist seizens der Bundesnetzagentur aufgefordert worden, ein Alternative für die Stromtrasse Südlink zu planen. Eine mögliche Trassenführung könnte in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle Paderborn-Zentrum von Elsen her kommend an der A 33 entlang sein. Das Borchener Gebiet würde danach berührt oder sogar durchquert.

Aus vielen Gründen kann eine solche Trasse kritisch gesehen werden. Das beginnt mit optischen Gründen und reicht bis zu der Frage von beeinträchtigenden Strahlenfeldern. „Für uns Grüne ist klar, dass die Energiewende dringend notwendig ist, sie gefördert werden soll und auch stellenweise eine begrenzte regionale Netzverstärkung notwendig ist. Im Zusammenhang mit dieser geplanten Leitung ist das aber nicht der Punkt. Die erste Frage ist für uns, ob diese Leitung, diese Trasse in dieser Form überhaupt notwendig ist?“, erläutert der Frakti-onsvorsitzende Guido Reitmeyer und stellt den Bedarf dieser Stromtrasse in Frage. „Geplant sind bundesweit drei Trassen. Wir denken, dass zwei dieser drei Trassen für die erneuerbaren Energien nicht notwendig sind. Dazu gehört auch die hier angesprochene Südlink-Trasse und dies unabhängig davon, ob sie durch unsere Region oder im Raum Höxter geführt wird“, ergänzt Hartmut Oster.

Über diese Leitungen soll Strom von Kohlekraftwerken und auch Windenergieanlagen nach Süden geführt werden. Grundlage der Kapazitätsberechnung ist dabei, dass Kohlekraftwerke ungehindert von Starkwindeinspeisungen nahezu ungemindert weiter betrieben werden dürfen und der Strom ins Ausland exportiert werden kann. Hierfür wären Leitungen in der angedachten Dimensionierung notwendig. Fährt man aber die Kohlekraftwerke zu den Starkwindzeiten ein wenig „herunter“ und „kappt“ somit die Spitzen, relativiert sich der Bedarf.

Weiterhin sollte vorab geprüft werden, ob die bestehenden Trassen nicht erweitert werden können bzw. manche Leitungen dort durch Hochspannungsleitungen ersetzt werden könnten. Ebenso bedarf es der Klärung, inwieweit noch Durchleitungskapazitäten vorhanden sind. Leitungskapazitäten sind temperaturabhängig und Starkwindphasen treten in der Regel eher in der kühleren Jahreszeit auf. Diese möglichen Kapazitäten könnten genutzt werden und der Bedarf für neue Spitzenlasten würde sich wiederum verringern.

Was nebenbei auch geschieht ist, dass sich Bayern weitgehend windenergiefrei oder windenergiefreier hält und die Bürger zwischen Norddeutschland und Bayern die Leitungen erdulden und finanzieren sollen. Die Leitungen würden ebenfalls genutzt, um den Kohlestrom ins Ausland zu exportieren, was auch durch den deutschen Verbraucher finanziert würde.

Begünstigt wird der Wunsch von den Netzbetreibern zu solch einer Trasse durch bestehende Gesetze der Energiewirtschaft, des Energieleitungsausbaus sowie das Bundesbedarfsplanungsgesetz. Hier wird nämlich konventionellen Kraftwerken zugesichert, dass sie einspeisen dürfen, auch wenn genügend erneuerbare Energie im Netz vorhanden ist. „Da sind aus unserer Sicht dringend Reformen notwendig“, fordert das grüne Ratsmitglied Karl-Edzard Buse-Weber.

 

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