„Kein Gülletourismus ins Paderborner Wasserschutzgebiet“ – Heimische Trinkwasser sind gefährdet

Die grüne Kreistagsfraktion fordert den Landrat auf, gegen Gülletransporte im Wasserschutzgebiet an der Aabachtalsperre vorzugehen. Dies geht aus einer Anfrage für die Kreistagssitzung am 25. September hervor. Die Grünen wollen wissen, wieviel Gülle in den letzten 3 Jahren jährlich von außerhalb in den Kreis Paerborn eingeführt wurde, um auf den hiesigen Äckern ausgebracht zu werden und ob es hierzu Statistiken gibt. Ferner fragen sie, ob diese Einfuhr nach dem neuen bundesweiten Düngemittelrecht genehmigt werden muss und auf welcher Rechtsgrundlage man potentiell gefährliche Gülletransporte über den Damm der Aabachtalsperre untersagen kann.

„Da auch die Trinkwasserversorgung im Kreis Paderborn stellenweise mit deutlich überhöhten, potentiell gesundheitsgefährdenden Nitratwerten zu kämpfen hat, ist die zusätzliche Einfuhr von Gülle von außen in den Kreis Paderborn hinein, äußerst kritisch zu beurteilen“, so Fraktionsvorsitzende Kerstin Haarmann.  Dieser „Gülletourismus“ stellt nach Ansicht von Haarmann aufgrund der längeren Transportwege eine zusätzliche Gefahr im Falle eines Unfalls dar. Insbesondere in Wasserschutzgebieten, da Gülle nach Expertenmeinung als wassergefährdender Stoff betrachtet werde. Die beobachteten Gülletransporte über den Damm (!) der Aabachtalsperre sollen daher schnellstmöglich durch geeignete Maßnahmen unterbunden werden, fordern die Grünen.

„Kritisch hohe Nitratwerte im Grund- und Oberflächenwasser entstehen durch intensive Tierhaltung und starke Düngung. Sie sind gesundheitsschädlich und bedrohen die Qualität des Wassers. Es ist nicht einzusehen, dass Gülle einerseits als wassergefährdend  eingestuft wird und man andererseits anscheinend den Transport mitten durch das Wasserschutzgebiet an der Aabachtalsperre nicht verhindern kann“, kommentiert Dr. Harald Grünau, stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Umweltausschusses.

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