Freude über 30%-Quote, aber auch kritische Planungsänderungen – Ratsfraktion zum Allanbrooke-Areal

Die Ratsfraktion der Grünen im Paderborner Rat zeigt sich überrascht über den Vorschlag der Verwaltung, auf dem Areal der Alanbrooke-Kaserne nun doch 30% geförderten Wohnraum zu realisieren. „Genau das haben wir in der Ratssitzung im Juni gefordert.“, staunt Fraktionssprecherin Petra Tebbe, „damals haben Verwaltung und CDU unseren Antrag abgelehnt. Und nun liegt uns der grüne Antrag vom Juni als Vorschlag der Verwaltung vor.“ Mit der Vorlage für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag solle der Beschluss vom Juni modifiziert werden, erläutern die Grünen. Damals sei auf Vorschlag der Verwaltung lediglich eine Quote von 20% für den geförderten Wohnungsbau festgeschrieben worden. Auch die SPD habe der geringeren Förderquote im Rat zugestimmt. 

Fraktionssprecher Klaus Schröder ergänzt, man habe schon im Juni darauf hingewiesen, dass die Stadt Paderborn ihre eigenen Ziele bei der Errichtung von gefördertem Wohnraum nicht annähernd erreicht habe. Zudem biete das zur Zeit noch bundeseigene Areal die Chance auf einen verbilligten Kaufpreis, wenn geförderter Wohnraum realisiert werde. „Schön, wenn man das einsieht – aber das hätten wir auch schon früher haben können.“, fasst er zusammen. Eine echte Verbilligung sei jedoch ohnehin nur möglich, wenn die Stadt zu mindestens 51% selbst baue, so sei die Vorgabe der Bundesimmobilienagentur. Verwaltung und CDU hätten eine städtische Gesellschaft für Wohnungsbau jedoch in der vergangenen Ratssitzung abgelehnt. Ohne diese Gesellschaft sei man auf das Entgegenkommen der Bundesimmobilienagentur angewiesen.

Die Grünen begrüßen die Erhöhung der Sozialen Wohnungsbauquote auf 30%, aber nach ihrer Einschätzung sind die darüber hinaus angestrebte Planänderung im laufenden Verhandlungsverfahren mit der Bundesimmobilienagentur wenig glücklich. „So ein Hin und Her wirkt wenig professionell“, kritisiert Petra Tebbe. Dies gelte besonders für die neu geplante Parkpalette und die neu aufgenommenen oberirdischen Stellplätze im Bereich der denkmalgeschützten Gebäude im Norden des Areals. Sie sollen Teile der noch im Plan aus dem Juni vorgesehene Tiefgarage ersetzen. Hier sind aus Sicht der Grünen insbesondere die Auswirkungen auf die Verkehrsströme und die optische Wirkung zu prüfen.

„Wir wüssten schon gern, was der Grund für diese eiligen Änderungen am schon beschlossenen Plan ist“, so Klaus Schröder. Insbesondere interessiert die Grünen, ob für die Verlagerung der Parkfläche an die Oberfläche allein Kostengründe entscheidend waren. 

Die Grünen fürchten zudem, dass das oberirdische Parken nicht mit dem ursprünglich geplanten hochwertigen Wohnen verträglich ist. Man habe bereits in der AG Konversion als einzige Partei kreativere und nachhaltigere verkehrspolitische Konzepte für das Allanbrooke-Gelände angemahnt. 

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