HBS NRW – Grüner Salon Paderborn

Über die Stiftung und den Salon

boell nrwIn Zeiten medialer Überflutung und der stärker werdenden Orientierung an schlagzeilenträchtiger Rhetorik, gerät ein Wesensmerkmal der Demokratie zunehmen in den Hintergrund: Die freie Meinungs- und Willensbildung, die auf dem Austausch unterschiedlicher Argumente beruht.

Der Grüne Salon Paderborn will als Ort der politischen Debatte und Reflexion entgegenwirken, der den Austausch der Meinungen fördert und sachliche Kontroversen zulässt, jedoch ohne reflexhafte Zuspitzung und Verkürzung.

Der Grüne Salon ist ein Debattenformat der Heinrich Böll Stiftung NRW. Gemäß deren Statuten versteht sich auch der Grüne Salon Paderborn als unabhängig, jedoch grün-nah. Mehr über das Selbstverständnis …

Alle Debatten des Grünen Salons Paderborn enden nach zwei Stunden. Die Themen und Orte wechseln. Der Eintritt ist frei.

Nächster Salon: 

Menschenrechte durchsetzen? Pazifismus oder militärische Intervention?

  • Sonntag, 2. Juli 2017, um 11:30 Uhr
  • KIM-Forum, Detmolder Str. 21, Paderborn

Sofa2Statements und Diskussion mit

  • Winfried Nachtwei, Vorstand Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Ko-Vors. Beirat Zivile Krisenprävention, Befürworter der „Schutzverantwortung“ gegenüber schwersten Menschenrechtsverbrechen, 1994 – 2009 MdB für Bündnis 90/Die Grünen
  • Ulrich Wohland, Aktivist der Friedensbewegung, Mitgründer und
    Mitarbeiter der „Werkstatt für gewaltfreie Aktion“, hauptberuflich tätig
    für „OrKa – Organisierung & Kampagnen“

Bisher hatte sich der ethisch oder religiös begründete Pazifismus mit einer Militärpolitik auseinanderzusetzen, die Waffengewalt zur Selbstverteidigung propagierte, aber oft als Mittel der Machtpolitik von Nationen oder Bündnissen (NATO) missbrauchte. Und wenn Regierungen „gerechte“ Gründe für ihre Kriege vorgaben, gelang es regelmäßig, diese als Ideologie oder Unwahrheit zu entlarven und nationale – oft ökonomische – Interessen als wirkliches Kriegsmotiv darzustellen.

Diese bewährte ideologiekritische Argumentation stößt heute an ihre Grenzen, wenn Militäreinsätze glaubwürdig humanitär begründet und aus Menschenrechtsgründen gefordert werden. Kritisch zu fragen ist, ob militärische Interventionen, auch der Bundeswehr, mit humanitären Zielen nicht selbst wieder Menschenrechte verletzen; denn in der politisch militärischen Realität können auch edel gemeinte Einsätze in unvorstellbaren humanitären Katastrophen enden wie in Libyen.

Es muss diskutiert werden, ob eine pazifistische Argumentation grundsätzlich vereinbar ist mit der aktuellen militärischen Interventionsbereitschaft für Menschenrechte, auch über Forderungen wie Beteiligung des Parlaments oder UN-Mandat hinaus.