Herz und Hirn statt Hass

nazis nein dankeHeute Abend treffen auf dem Salzkottener Marktplatz zwei Demonstrationen aufeinander. „Herzlich willkommen in unserem Land“ setzen wir mit zusammen einem breiten Bündnis gegen die Parolen von AfD & co.  Dazu Meinungsäußerungen und Positionsstatements.

Britta Haßelmann: Wir müssen der Hetze gegen Menschen widersprechen

„Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Streiter für eine solidarische und soziale Demokratie!

Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hetze gegen Menschen, die vor Hunger und Gewalt zu uns fliehen, dürfen wir nicht unwidersprochen lassen. Ich begrüße alle die, die bereit sind, diesem Treiben und denen, die den Boden für fremdenfeindliche Übergriffe bereiten, heute in Salzkotten energisch entgegentreten.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass im Paderborner Land, in OWL oder sonst irgendwo in unserem Land Fremdenhass, Rassismus und menschenfeindliche Parolen salonfähig werden. Das sind wir den Menschen, und nicht nur denen auf der Flucht, sondern auch dem gesellschaftlichen Klima, der Art und Weise wie wir mit uns und unseren Mitmenschen umgehen und miteinander leben, schuldig.

Britta Haßelmann, grüne Bundestagsabgeordnete für Ostwestfalen-Lippe. Als 1. Parlamentarische Geschäftsführerin der grünen Bundestagsfraktion ist sie leider im Plenum des Bundestages unabkömmlich und kann nicht in Salzkotten gegen die AfD mit demonstrieren.

 

Norika Creuzmann: Das fremdenfeindliche Deutschland gibt es nicht mehr

„Die Menschen, die den beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich genommen haben um in Deutschland Asyl zu beantragen, haben dies nicht gemacht, weil sie Lust am Reisen haben. Sie wurden ihrer Existenz beraubt, um ihre Zukunft gebracht, sie haben Schreckliches erlebt!

Die Deutschen zeigen an allen Orten in wunderbarer Art und Weise wie unsere Willkommenskultur aussieht. Dieses muss unterstützt werden, die Helfer vor Ort müssen entlastet werden. Hier ist die Politik gefordert.

Die Hetze, die Fremdenfeindlichkeit und die Menschenverachtung der AfD und ihren Anhängern ist beschämend und abstoßend. Hier wird aufs Übelste mit den Ängsten und Sorgen der Menschen gespielt und für eigene Zwecke instrumentalisiert.

Wir wollen gemeinsam die Herausforderungen annehmen und der Welt zeigen, dass es das fremdenfeindliche Deutschland nicht mehr gibt und lassen Sie uns gemeinsam eine Zukunft gestalten, in denen weder Zuwanderer noch Deutsche Angst haben müssen vor Bedrohung und Gewalt.“

Norika Creuzmann, Kreisvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Paderborn

 

Maik Bagenhauserheide: Flagge zeigen gegen Rechts!

„Die AfD rückt immer schneller an den rechten Rand. Sie verbreitet unverhohlen Hass gegen die Menschen, die durch Krieg, Terror und Vertreibung ihre Heimat verloren haben und bei uns Zuflucht suchen. Und die nicht selten auch hier bei uns mit Anfeindungen, Ablehnung und sogar Gewalt konfrontiert werden. Begangen durch Leute, die sich durch dumpfe Parolen ermutigt und legitimiert fühlen. Diesen Hass dürfen wir nicht unbeantwortet lassen. Deshalb: Flagge zeigen gegen Rechts!“

Maik Babenhauserheide, Enger, NRW-Landesvorstand Bündnis 90/Die Grünen

 

Irmgard Pöppel: Auf der Seite derer, die unsere Hilfe brauchen

„Die Stadt Paderborn wird bis zum Jahresende in diesem Jahr ca. 2000 Asylsuchende augenommen haben, im nächsten Jahr rechnet sie mit noch einmal so vielen Menschen. Diese Menschen sind vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Not geflohen. Sie haben in ihrem Land und auf der Flucht zum Teil Unvorstellbares durchgemacht. Die Stadt bemüht sich parteiübergreifend zusammen mit einer großen Zahl hochmotivierter haupt-und ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, diese Menschen menschenwürdig unterzubringen und ausreichend zu versorgen.

Wir können nicht zulassen, dass dieses Engagement durch Verbreitung von Hass-Parolen und Vorurteilen angegriffen, unterwandert oder gar zerstört wird. Gerade jetzt ist es wichtig, unsere Werte von Mitmenschlichkeit, Toleranz, Bereitschaft zum Teilen und Gerechtigkeit gegenüber den einzelnen Menschen zu verteidigen gegen jedes nazistische Gedankengut.

Als Grüne Kämpfen wir nicht nur in der großen Politik für Frieden und Gerechtigkeit, wir stehen auch im Alltag mit allen zusammen, die das auch tun, auf der Seite derer, die unsere Hilfe brauchen.“

Irmgard Pöppel, Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen im Stadtverband Paderborn

 

Jürgen Wächter: Überzeugen wir die Sympathisanten

Natürlich sollten wir deutlich Flagge gegen die AfD zeigen und deutlich machen, dass Flüchtlinge in unserem Land herzlich willkommen sind. Ob allerdings Gegendemos mit viel Lautstärke dazu geeignet sind, erscheint mir fraglich. Führt das nicht zu einer noch größeren Verhärtung der Fehlmeinung bei AfD-Sympathisanten? Psychologisch könnte da ein Jetzt-erst-Recht-Denken verstärkt werden, dass menschlichen und vernünftigen Argumenten noch weniger aufgeschlossen ist.

Sicher ist ein solches Zeichen gegenüber Haupttätern, also Neonazis und Konsorten, angebracht. Viele Mitläufer der AfD sind jedoch eigentlich gar nicht politisch engagiert, sondern fühlen sich als vernachlässigte Opfer. Das lässt sich psychologisch und soziologisch erklären. Wer seit Jahren z. B. Arbeit sucht, ohne dass ihm unser Staat wirklich hilft, der gerät nun mal irgendwann leicht auf die falsche Bahn und es kommt zu dem Denken „Mir wird nicht geholfen, aber denen“. Damit entstehen AfD-Sympathisanten.

Wir sollten versuchen mit den Mitläufern ins Gespräch zu kommen. Wir sollten ihnen klar machen, dass es nicht darum geht, die einen Hilfesuchenden gegen die anderen zu bevorzugen, sondern dass alle Menschen ein Recht auf ein freies, sicheres und menschenwürdiges Leben in Zufriedenheit haben. Und wir sollten unsere Anstrengungen erhöhen, um allen diskriminierten und hilfsbedürftigen Menschen Chancen zu eröffnen.

Das ist allerdings mühsam und geht nur langfristig. Dennoch sollten wir da am Ball bleiben und unsere Aktivitäten bevorzugt auf Gespräche und Hilfen lenken.

Jürgen Wächter, Werther (Westf.)

Kerstin Haarmann: Menschlich und anständig bleiben!

„Salzkotten und der Kreis Paderborn bleiben menschlich und anständig. Flüchtlinge, die sich an unsere Gesetze halten, sind willkommen und erhalten unsere Hilfe. Niemand hier braucht die geistigen Brandstifter von der Afd und die rechten Hetzer, die sich unter die Demonstranten mischen wollen. Es wäre schön, wenn alle mit anpacken würden bei der Versorgung und Integration der Flüchtlinge anstatt sich zu beschweren.“

Kerstin Haarmann, Paderborn, stellv. Fraktionsvorsitzende im Kreistag Paderborn

Uwe Rottermund: Nur ein Miteinander macht uns zukunftsfähig.

„Es werden immer mehr Menschen in unser Land kommen. Begegnen wir ihnen mit Ablehnung und Hass, so werden wir auf Dauer auch Feindschaft ernten. Daher sind die abwehrenden Aktivitäten wie auch die Tätigkeiten der AfD letztlich gegen uns alle – „unser Volk“ – gerichtet. Nicht Ausgrenzung sondern nur ein Miteinander macht uns zukunftsfähig.“

Uwe Rottermund, Brakel – Kreissprecher Bündnis 90/Die Grünen Höxter