Im Osten nichts Neues? – Grüne debattieren über EU, Russland und die Ukraine

peter-alberts_osteuropaStürzt die Ukraine die europäische Außenpolitik in die Krise?  Welche Wirkung haben Sanktionen auf Putins Russland?  Darf sich die EU einseitig auf die Seite der Ukraine stellen? Diese Fragen debattieren der Osteuropaexperte und grüne Europakandidat Peter Alberts (Foto) mit dem Präsidenten der Deutsch-Russischen Gesellschaft Stefan Schwan.

Alle Interessierten sind zur Diskussion „Europa zwischen Russland und der Ukraine – ein außenpolitisches Dreieckverhältnis in der Krise“ am Mittwoch, dem 2. April, herzlich willkommen.  Sie beginnt um 19:30 Uhr im Deelenhaus in der Krämergasse, schräg gegenüber dem Adam- und Eva-Haus.

Der Münsteraner Alberts hat sich seit seinem Studium mit Osteuropa beschäftigt und ist derzeit Büroleiter von Europa-Abgeordneten Sven Giegold. Die Geschichte der Ukraine zeichne sich seit Jahrhunderten gerade dadurch aus, dass ihre Grenzen und ihre politische Zugehörigkeit nicht starr definiert sei, erläutert Alberts. „Ukraina heißt auf ostslawisch am Rand, und die Lage am Rand bedingt, dass sie immer von woanders her definiert wurde.“ Zu der Sorge vor einem neuen kalten Krieg oder gar einem dritten Weltkrieg zwischen Russland und dem Westen meint Alberts: „Gerade in diesen Zeiten braucht es eine nüchterne Stimme der Deeskalation. Scharfmacher gibt es auf beiden Seiten genug, es kann nicht Aufgabe einer grünen Friedens- und Außenpolitik sein, weiteres Öl in dieses Feuer zu gießen.“

Stefan Schwan leitet das International Office der Paderborner Universität und wurde im Frühjahr zum Präsidenten der Paderborner Deutsch-Russischen Gesellschaft gewählt. „Man muss in diesem Konflikt gut unterscheiden: Die Krim ist nicht die Ukraine, eine Stimmung gegen Janukowych ist nicht eine Stimmung pro EU, und wer in der Ukraine russisch spricht sieht sich nicht zwangsläufig als Russe. In kaum einem anderen europäischen Konflikt der letzten Jahre wirken die Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges so nach wie hier“, meint Schwan. Die Veranstalter versprechen einen spannenden Diskussionsabend.

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