Grüne für attraktive Schullandschaft – Konzeptloser CDU-Vorstoß gefährdet den Schulfrieden

Petra TebbeDie Stadtratsfraktion von Bündnis ’90/Die Grünen wundert sich über die Stellungnahme der CDU zu den Anmeldezahlen an den Paderborner Realschulen und die Forderung nach mehr Plätzen an der Neuhäuser Realschule.

Äußerst bemerkenswert finden die Grünen dabei, dass der CDU die Von-Fürstenberg-Realschule, die einzige Realschule in der Kernstadt, vollkommen gleichgültig scheint. Denn wenn die CDU fordert, an der Realschule in Schloß Neuhaus eine weitere Klasse einzurichten, muss sie sich auch zu der Konsequenz bekennen, die sich hieraus für die Von-Fürstenberg-Realschule ergibt. „Zielsetzung der Paderborner Schulpolitik müsse es sein, nicht einzelne Schulen herauszuheben, sondern an einer insgesamt attraktiven Schullandschaft zu arbeiten. Wer an einem Ende der Bettdecke zieht, riskiert kalte Füße anderswo“, kommentiert die grüne Ratsfrau Petra Tebbe (Foto).

Die Grünen fragen sich angesichts der Anmeldezahlen vielmehr: Warum gibt es dieses Jahr derart eklatante Einbrüche in den Anmeldezahlen an der Von-Fürstenberg-Realschule? Was kann der Schulträger tun, damit auch diese städtische Schule für Schüler/-innen und Eltern attraktiv ist? Wie kann nach dem beschlossenen Auslaufen der Hauptschule Georg zumindest die Realschule im Riemeke gut angenommen werden? Die einseitigen Vorschläge, die jetzt die CDU unterbreitet hat, lassen ein fundiertes Konzept vermissen. „Mit solchen öffentlichen Äußerungen sehen wir den Paderborner Schulfrieden gefährdet“, meint Susanne Schüssler, grünes Mitglied des Schulausschusses.

Der Schulausschuss hat in den vergangenen Jahren immer versucht, möglichst vielen Kindern zu ermöglichen, die Schule ihrer Erstwahl zu besuchen. Quer durch alle Schulformen konnte diesem Wunsch aber nicht immer entsprochen werden. In der Tat sind Ablehnungen an Schulen für die betroffenen Kinder und ihre Eltern immer eine tiefe Enttäuschung und stellen Planungen auf den Kopf. Auch ist es unbefriedigend, wenn es per Losentscheid so kommt, dass Kinder, die nahe der gewünschten Schule wohnen, abgelehnt werden zugunsten von Kindern die weiter entfernt wohnen. Die CDU kann aber auch nicht ignorieren, dass jede Schule laut Schulgesetz bei der Aufnahme Kriterien erfüllen muss und dann das Losverfahren das einzig gerichtlich sichere Verfahren ist. Dies mussten auch schon in Vorjahren Kinder und Eltern erfahren, als die Gesamtschule Elsen durch Losentscheid auch Kinder aus anderen Kommunen ohne Gesamtschule aufnehmen musste.

Nach Ansicht der Grünen ist es jetzt Aufgabe der Realschulleitungen, sich zusammenzusetzen und mit Eltern Gespräche zu führen, damit die vorhandenen Schulkapazitäten gut genutzt werden können. Für alle Schulformen gilt: Es können bei immer wieder schwankenden Anmeldezahlen nicht jährlich neue Gebäudekonzepte aus dem Hut gezogen werden. Damit tut man weder Schulen einen Gefallen noch dem städtischen Haushalt.

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