„Quartier im Kern“ in Büren (QiK) – Reinhold Zühlke „entkernt“ die Pläne der Schoofs-Investoren-Gruppe

reinhold zühlke_bürenDie Bürener Bürger, auch die Ratsmitglieder, sind gespalten und mächtig zerstritten über einen geplanten „Konsumtempel“ mit einer Verkaufsfläche von ca. 6000 qm. Das Vorhaben soll nach Angaben der Schoofs-Investoren-Gruppe sich auf ca. 25 Mio. € belaufen. Die grüne Fraktion hat das Planungskonzept „Quartier im Kern“ der Schoofs-Gruppe mehrfach kritisiert. Hier die hauptsächlichen Argumente des Fraktionsvorsitzenden Reinhold Zühlke:

Der „architektonischer Schuhkarton“ ist kein angemessener Baukörper. Der „kubistisch überproportional große Baukörper“ passt nicht in die Maßigkeit der vorhandenen Bürener Bauformen. Insbesondere sind die Sichtbezüge und -Fluchten zur Jesuitenkirche gestört und lösen beim Betrachter ein Gefühl der Disharmonie aus. Die bisherige besondere ästhetische Vormachtstellung der denkmalgeschützten Jesuitenkirche sehen wir durch den geplanten massigen Baukörper gefährdet.

So wie der Mensch nicht „nur von Brot allein“ lebt, so kann sich das städtische Leben nicht allein vom Konsum ernähren. Öffentliche Räume, caritative und kulturelle Einrichtungen und andere Dienstleistungen machen erst eine harmonische Urbanität aus.

Die geplanten Verkaufsflächen sind überdimensioniert, führen zu einem Verdrängungswettbewerb und letztlich zu Leerständen der Einzelhändler im Stadtgebiet. Das sich dramatisch verändernde Kaufverhalten durch den zunehmenden Internethandel (in Paderborn ca. 30 %) wurde ebenso wenig berücksichtigt wie die in der Tendenz zurückgehenden Einwohnerzahlen und die demografische Überalterung der Bevölkerung.

Die potenziellen Käufer, die in der Regel mit ihrem Pkw den Verbrauchermarkt aufsuchen, werden mit ihrem erhöhten Verkehrsaufkommen zu einer verschärften Verkehrssituation in der Bürener Innenstadt führen.

Darüber ist der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes der ehemaligen Verwaltung der Gehörlosen-Schule zur neuen Polizeiwache nicht kalkuliert worden. Wenn die Polizei – wie vorgesehen – dort einziehen sollte, müsste das Gebäude wohl vor dem Abriss des Kreishauses hergerichtet werden. Die Umbaukosten liegen der Grünen Ratsfraktion nicht vor.

Mit dieser Investion wird keine „Zukunft für Büren“ geschaffen, wie das die gleichnamige Bürgerinitiative propagiert. Mittels Modemärkten die Jugend zum Bleiben aufzufordern, zum Beispiel ohne Arbeitsplätze zu schaffen, sei verfehlt und wesentlich zu kurz gedacht, kritisiert Zühlke.

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