Einstieg ins Car-Sharing – Grüne loben Initiative der Stadtverwaltung

Endlich, mag so mancher aufstöhnen: Bisher war Paderborn einer der wenigen weißen Flecken auf der Carsharing-Landkarte  Deutschlands. Jetzt soll das Teilen von Autos auch endlich in die Domstadt kommen. Während in Bielefeld Carsharing bald 20 Jahre alt wird und es inzwischen in deutlich kleineren Nachbarorten wie Detmold oder Soest Carsharing-Angebote gibt, blockierte in Paderborn eine Mehrheit aus FDP und CDU  über viele Jahre die Einführung  dieser modernen Mobilitätsform. „Widersinnig“ kommentiert der grüne Verkehrsexperte Stefan Schwan diese Haltung. „Immer wieder beklagten in den letzten Jahren Bürger und nicht zuletzt die Politik, dass es in Paderborn zu wenig Parkplätze gibt und trotzdem wurde diese sinnvolle Initiative, Autos und Parkraum effizienter zu nutzen, ideologisch ausgebremst“. Carsharing nutzt damit indirekt auch denen, die auf ein eigenes Auto nicht verzichten wollen oder können.

Grüne und DIP hatten in den letzten Jahren mehrere Anläufe genommen, das Teilen von Autos in Paderborn salonfähig zu machen. „Klar war immer, dass es leichter geht, wenn es einen großen Ankernutzer gibt und wenn die Stadt den Anbieter z.B. durch Stellflächen für die Teilautos unterstützt“ so Schwan. Dass die Stadt Paderborn nun als großer Nutzer in das Carsharing einsteigt, begrüßen die Grünen deshalb sehr.

Als angenehmen Nebeneffekt erhoffen sich die Grünen, dass die Stadt mittelfristig von einem Teil der Kosten für den städtischen Fuhrpark wegkommt. Das Engagement der Stadt sei zudem eine gute Grundlage zur Etablierung des Autoteilens für die private Nutzung. „Ich kenne etliche Leute, die sich schon vor Jahren nur deshalb ein eigenes Auto gekauft haben, weil es in Paderborn kein Carsharing-Angebot gab“, erläutert der Grüne Stefan Schwan, der selber seit mehr als 10 Jahren Carsharing – in anderen Städten – nutzt. „Für einen Teil des Rates war es offensichtlich unvorstellbar, dass es Leute gibt, die ganz oder teilweise auf ein eigenes Auto verzichten wollen oder gar das Auto mit anderen teilen“, stellt das grüne Rats- und BPU-Mitglied Florian Rittmeier fest.

Dabei setze gerade die jüngere Generation immer mehr auf andere, coolere Statussymbolen als die Kiste auf vier Rädern. „Hier hat sich einfach die Gesellschaft  gewandelt.“ Für viele stünden die ökologischen Aspekte des Autoteilens oft gar nicht mehr im Vordergrund, meint Schwan, aber auch die seien selbstverständlich nach wie vor vorhanden. „Ob ich Carsharing nutze, um auf das Auto samt Stellplatz verzichten zu können oder um Geld zu sparen oder um die Umwelt zu schonen, das ist im Endergebnis doch egal“, resümiert Schwan.

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