Integration der Flüchtlinge ist drängende Herausforderung für Paderborn – Neben akuter Hilfeleistung

In den nächsten Tagen erreicht der tausendste Hilfesuchende Paderborn, der vor Krieg, Not und Verfolgung geflüchtet ist. Egal, ob es ein politisch Verfolgter ist oder ein Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention aus Syrien, dem Irak oder Iran ist, im Moment der Ankunft braucht er Unterkunft, Essen, Ruhe von den Strapazen der Flucht und die Erfahrung, willkommen zu sein. Aktuell schöpfen die Stadt mit ihren Ämtern und unzählige ehrenamtliche Flüchtlingshelferinnen und Helfer bis zu ihren Leistungsgrenzen alle Möglichkeiten der Unterstützung und akuten Hilfeleistung aus.

Neben der vordringliche Nothilfe und ihrer Organisation muss nach Auffassung der Grünen die Integration der Flüchtlinge als zweite gesamtstädtische Aufgabe angegangen werden. „Viele Geflüchtete werden länger in Paderborn bleiben. Deshalb stehen wir alle gemeinsam vor der nächsten großen Herausforderung, die Geflüchteten in unsere Stadtgesellschaft zu integrieren. Teilhabe wird erreicht durch Sprachkurse, Schule, Studium, Berufsausbildung, Kultur, Wohnen, Nachbarschaft, Vereins- und Gemeindeleben“, erklärt die grüne Ratsfrau Sabine Kramm. „Eine Koordination der Integration ist eine notwendige Investition in die Weiterentwicklung des viel-fältigen Zusammenlebens in unserer Stadt.“
Die Grünen schlagen vor, eine Stelle zu schaffen, die sich um die Integration der Flüchtlinge kümmert, die voraussichtlich dauerhaft hierbleiben. „Die Integration muss angeleitet, begleitet und gesteuert werden, da das Integrieren der großen Anzahl der neu zuziehenden Menschen nicht automatisch vonstattengehen wird“, erläutert das Sozialausschussmitglied Kramm, die sich selbst in der Südstadt in einer Ehrenamtsinitiative für Flüchtlinge engagiert.

Eine Integrationskoordination bündelt Bildungs- und Beschäftigungsangebote, setzt aber auch Impulse für die Stadtentwicklung in punkto Schaffung von Wohnraum und kulturellem Leben, um den Integrationsprozess der Geflüchteten schnell zu beginnen. Damit ergeben sich andere Aufgaben und Perspektiven als die alleinige Reaktion auf die aktuellen Anforderungen von Versorgung und Unterbringung. Die Grünen haben beantragt, für die Koordinationsstelle im aktuellen Haushalt entsprechende Mittel einzustellen.

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