“Kostenloses Eis für alle” & viel Informatives beim Besuch im Landtag

Ein Reisebericht von Svenja von Seggern

09:15 Uhr: Der Bus aus Höxter ist pünktlich. Wir fahren mit der Firma Block. Ludger (der Geschäftsführer der Grünen in Höxter) steigt aus und begrüßt uns. Im Bus sitzen schon die Höxteraner. Sieben Menschen von ihnen fahren mit. Sechs Männer und eine Frau. Jede® kann sich auf einem Zweiersitz breit machen.

09:25 Uhr: Ludger spricht durch das Mikrofon und gibt Informationen zum Fahrplan und Bus durch. Außerdem erzählt er, dass er schon seit 1989 in Höxter lebt und bei den Grünen aktiv ist. Es herrscht Anschnallpflicht. Ansonsten muss der Fahrgast eine Strafe von 30 Euro zahlen, erklärt der Busfahrer. Die meisten haben aber Vertrauen in seine Lenkkünste und schnallen sich nicht an.

09:50 Uhr:  Der zweite Veranstalter der Grünen Höxteraner Uwe geht mit einer Teilnehmerliste herum und bespricht noch einige Einzelheiten. Die Stimmung ist heiter und es werden Witze erzählt.

09:54 Uhr: Im Zuge der Klimakampagne der Grünen gibt es für die Autofahrer einen Scheibenkratzer und einen Dankeschön Flyer, weil man zumindest für einen Tag auf das Auto verzichtet und sich einer Reisegesellschaft anschließt, um die Umwelt zu schonen.

10:08 Uhr: Wir machen eine Rastpause auf dem Rastplatz Haarstrang, kurz hinter Soest. Einige holen sich Kaffee. Es wird diskutiert über Umwelt, Weihnachten und Vorurteile gegen Raucher. Der Kreisvorsitzende aus Höxter raucht in aller Seelenruhe seine Zigarre weiter.

10:25 Uhr: Pünktlich und gut gestärkt geht die Fahrt nach 15 Minuten weiter Richtung Düsseldorf. Der Verkehr fließt gut, nur kurz hinter Soest aufgrund einer Baustelle ist es etwas voller. Wir hören WDR 4.

10:40 Uhr: Von Ludger wird noch Informationsmaterial zum Landtag verteilt. Einige halten einen kurzen Plausch mit ihm. Vorne im Bus wird weiter über Umwelt und Stromverbrauch diskutiert.

11:13 Uhr: Wir fahren an Wuppertal vorbei. Vor uns sehen wir die Schienen der Schwebebahn, aber keine Schwebebahn weit und breit.
11:24 Uhr: Aufgrund einer Baustelle stecken wir im Stop- and go fest.

landtagsbesuch_rhein11:50 Uhr:  Mit wieder fließendem Verkehr fahren wir an der Landeshauptstadt Düsseldorf, vorbei, behauptet der Busfahrer. Findet aber einen Parkplatz unter einer großen Brücke, direkt am Landtag. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau und die Laune ist immer noch gut und heiter. Es werden die letzten Anweisungen durchgegeben. Dann haben wir noch 45 Minuten Zeit, also beschließen wir zusammen ein Stückchen am Rhein entlang zu schlendern. Auf dem Weg dorthin, sehe ich eine Skaterbahn und einem Fahrradhändler. Am Rhein angekommen machen wir ein Gruppenfoto, unterhalten uns über vergangene Veranstaltungen in Düsseldorf und über den Landtag.

12:30 Uhr:  15 Minuten eher als im Programm vorgesehen, stehen wir dann vor dem Haupteingang des Landtages. Dort ist der allgemeine Treffpunkt für Besuchergruppen.

12:45 Uhr: Vor der Sicherheitskontrolle werden wir von einem Sicherheitsbeamten begrüßt. Handy, Schlüssel muss ich aus der Jackentasche nehmen und in die Taschen verstauen, welches dann auf dem Band geprüft wird. Ich fühle mich wie auf dem Flughafen, denn ich selber muss auch durch eine Metallkontrolle. Klappmesser, die keinen Stand haben, sind erlaubt. Handys ebenso, müssen aber auf Lautlos. Nur die Rücksäcke müssen wir aufgrund der Stolperfalle in der Garderobe verstauen. Meine Handtasche darf ich mitnehmen. Diese Vorschriften erklärt uns ein Führer des Landtages.

Das Gebäude ist hoch und rund. Im Eingang befinden sich viele Schulklassen und Mitarbeiter. Inder der Mitte steht ein runder Fahrstuhl, in dem wir hineingehen. Mit einem mulmigen Gefühl steige ich ein. Es ist eng im Fahrstuhl und es geht nur langsam nach oben. Oben angekommen geht es durch einen langen Gang in den Sitzungssaal.

13:04 Uhr: Ebenso wie das Gebäude ist auch der Plenarsaal rund. Unten sitzen die Abgeordneten und oben das Volk. Die Sitzreihenfolge der Parteien ergibt sich aus der jeweiligen Tradition: Zu Zeiten der französischen Revolution haben die Konservativen rechts gesessen und die Fortschrittlichen links. Auf den Tischen stehen Mikrofone. Fotos sind während der Sitzungen wegen der Fernsehkamera nicht erlaubt. Bei unseren Besuchen dürfen wir fotografieren. Unten in der Mitte hängt ein buntes Bild, auf dem sechsmal das Wappen zu sehen ist.

Jetzt begrüßt uns Herr Schneider aus der Landtagsverwaltung. Er stellt zuerst sich vor, dann das Parlament. Durch sehr lebhafte, alltägliche Beispiele erklärt er den Landtag.

landtagsbesuch_plenum13:33 Uhr: Herr Schneider überzeugt Laurenz, 12 Jahre aus dem Hochsauerland, für den Landtag zu kandidieren und erläutert das Wahlverfahren. Laurenz und seine Kumpel entscheiden sich für „Kostenloses Eis für alle“ als Wahlkampfprogramm.

Gesundheitsprophylaxe und die Förderung der heimischen Eisindustrie hält auch Herr Schneider für wichtig und vertretbar gegenüber der Landeswahlleiterin, die alle Kandidaten und Wahlprogramme auf Ernsthaftigkeit abklopft. Fast alle Stimmen auf der Tribüne jedenfalls hätte Laurenz mit der Eis-Kampagne an diesem sonnigen Wintertag in der Tasche gehabt.

13:50 Uhr: Zum Schluss plädiert Herr Schneider noch mal alle sich an den Wahlen zu beteiligen und sich politisch einzumischen. Wir sind die Zukunft der Wahlen! Mit diesen Schlussworten löst sich die Informationsrunde auf. Es werden im Raum noch ein paar Fotos gemacht.

13:58 Uhr: Ich gehe den langen Gang zurück in den Eingangsbereich, in dem ein Raum für uns bereit steht. Auch hier stehen auf einen runden Tisch Mikrofone und der Ausblick auf den Rhein ist einfach toll.

14:05 Uhr:  Sigrid Beer betritt den Raum. Sie schüttelt jedem die Hand und begrüßt jeden einzeln. Sie beantwortet alle Fragen von uns ausführlich und es vergeht keine Sekunde in der es still im Raum ist. Trotzdem ist die Stimmung locker. Am Ende wird noch ein Gruppenfoto neben dem Tannenbaum geschossen.

15:07 Uhr:  Nach dem eindrucksvollen Gespräch stärken wir uns in dem Landtags Café mit Kaffee und Kuchen. Gesprächsstoff gibt es noch genug und es wird noch viel gelacht.landtagsbesuch_düsseldorf

15:20 Uhr: Der Abschluss naht. Zwischenzeitlich löst sich die Gruppe etwas auf. Noch gut eine Stunde Zeit bleibt uns, in der wir uns die Beine vertreten und frische Luft schnappen können. Einige gehen Richtung Innenstadt, ich gehe noch am Rhein spazieren. Auf der einen Seite sehe ich das WDR Gebäude, daneben ganz viele Häuser mit sehr außergewöhnlichen Strukturen. Die Wege und Wiesen sind sehr sauber, was vielleicht auch daran liegt, dass weit und breit kein Zigarettenautomat aufzufinden ist.

16:26 Uhr:  Von dem vielen Eindrucken ermüdet treten wir pünktlich die Heimfahrt an. Durch den Busverkehr kommen wir nicht so schnell voran wie auf der Hinfahrt. Viele verteilen sich im Bus, um etwas Ruhe zu finden. Einige lesen, andere hören Musik, ganz wenige unterhalten sich.

19:00 Uhr: Trotz Berufsverkehr sind wir pünktlich in Paderborn angekommen und verabschieden uns relativ schnell. Ich habe viele Eindrücke gewonnen und viel Neues gehört. Die Stimmung war den ganzen Tag überaus gut.

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