Weiberfastnacht: ARD-Hauptstadtstudio trifft auf Wahlkampfteam

Im Grünen Büro trifft sich seit einigen Wochen donnerstags das Grüne Wahlkampf-Team. Freiwillige planen Veranstaltungen, koordinieren Termine und fällen Entscheidungen, um gut vorbereitet in die anstehende Wahlen am 14. Mai und 24.September zu gehen.

An Weiberfastnacht kündigte sich ein ARD-Team aus dem Hauptstadtstudio an. Für den „Bericht aus Berlin“ sollten Eindrücke von der grünen Basis gesammelt werden. Weil das grüne Rheinland Helau & Alaaf skandierte , mussten wir im Wahlteam für die Stimmungsbilder sorgen. Das ARD-Team filmte dafür etwa dreißig Minuten der Wahlkampfplanung, führte dann ein Gruppeninterview, anschließend ein Gespräch mit Kreisgeschäftsführer Johannes Menze. Schade, dass es daraus dann nur 45 Sekunden in den Bericht aus Berlin geschafft haben, der am Sonntag ausgestrahlt wurde, denn natürlich konnte unmöglich das gesamte padergrüne Meinungsspektrum abgebildet werden.

Außerdem erweckte schon der Einstieg in den Beitrag mit dem Titel „Im Sinkflug: Wohin steuern die Grünen?“ den Eindruck, dass hier eine redaktionelle Linie verfolgt wurde, die nur einen Teil der Realität berücksichtigt. Die Wahl des grünen Spitzenduos Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckard wurde als klares Zeichen für eine schwarz-grüne Koalition interpretiert; mit dem starken SPD-Kandidaten Martin Schulz, sei das nun das falsche Signal. Stattdessen wäre Robert Habeck wohl der geeignete Spitzenkandidat gewesen, so der Beitragstenor.

Wie zur Bestätigung wurden danach gezielt Szenen von der Wahlkampfteam-Sitzung gezeigt, wo das Spitzenduo auf Nachfrage durchaus kontrovers diskutiert wurde. Aber so richtig trauerte niemand einer „verpassten Chance hinterher“, wie in dem Ausschnitt behauptet. Stattdessen war klar: die Basis hat zwischen profilierten Kandidaten entschieden. Und die Urwahlentscheidung gilt! Cem und Katrin stehen für Menschen- und Bürgerrechte, etwa im Streit mit der Türkei, aber auch für das Thema soziale Gerechtigkeit. Die ARD-Journalistin verortete letzteres mehr bei Martin Schulz.

Unsere Sichtweise fehlt in dem Beitrag leider vollständig, genauso wie die Motivation der Paderborner Wahlkämpfer*innen. Die Aussicht mit einem starken Programm, spannenden Aktionen und zwei eigenen Kandidatinnen in den Wahlkampf zu gehen bewegt hier viel mehr als der Blick zurück auf das Urwahlergebnis. Das passte der ARD-Redaktion aber wohl nicht ins Konzept, die die Aussagen für Robert Habeck ausgewählt und die Diskussion deshalb verkürzt dargestellt hat.

Die Grünen in Paderborn stehen für das, was sich Katrin Göring-Eckardt im letzten Teil der Sendung wünscht: Einen engagierten, eigenständigen Wahlkampf. In NRW kämpfen wir dafür, die erfolgreiche Regierungskoalition mit der SPD fortzusetzen. Im Bund gilt es weiterhin, die Wähler*innen mit einem guten Programm zu überzeugen und sich sinnvolle Regierungsoptionen offen zu halten.

(Bild: Screenshot der Sendung)

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