AKW Grohnde sofort abschalten – Ratsresolution scheitert an CDU und FDP

250 meldepflichtige Störanfälle seit Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Grohnde. Gründe genug, so die grüne Fraktion, dass der Paderborner Rat sich für die sofortige Stilllegung des AKW ausspricht. Fraktionssprecherin Petra Tebbe begründete die Resolution: “Damit gehört dieses Atomkraftwerk zu den Störfall-Spitzenreitern unter den deutschen Atomkraftwerken. In den letzten Jahren häuften sich die Störfälle in besorgniserregendem Ausmaß – wir haben das in unserem Antrag ausgeführt. Immer wieder musste der Reaktor – über die regulären Wartungen hinaus – stillgelegt werden.

Unter den Kernkraftwerken, die in Deutschland noch in Betrieb sind, gehört der über 30 Jahre alte Reaktor in Grohnde mit zu den ältesten. Die in Grohnde verwendete Technik scheint an ihre Grenzen zu kommen. Dazu kommt die Gefahrenlage durch einen terroristischen Flugzeugangriff. Erst diesen Montat wurde das Atomkraftwerk Grohnde evakuiert, weil der Funkontakt zu einemm Flugzeug abgebrochen war.

Von diesem Atomkraftwerk leben wir hier in Paderborn nur knapp 60 km entfernt! Ein atomarer Unfall würde das Leben und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen in Gefahr bringen und große Gebiete dauerhaft unbewohnbar machen. Auch im Paderborner Land würden extreme Strahlenbelastungen erwartet.  Wir bezweifeln, dass eine rechtzeigie Evakuierung der gesamten Stadt Paderborn  erfolgen kann. Zwischen den Jahrestagen von Fukushima und Tschernobyl muss ich das mögliche Szenario hier wohl nicht weiter ausmalen.

Das Atomkraftwerk Grohnde soll planmäßig bis 2021 laufen. Wir fordern Sie auf: Nehmen sie die Sorgen der Bürgerinne und Bürger ernst und lassen Sie uns heute – wie schon die Räte in Detmold, Vlotho und Barntrup – diese Resolutuon verabschieden. Wir appellieren an die zuständigen Ministerien, eine Stillegung aufgrund gravierender Sicherheitsprobleme zu veranlassen.”

Beifall in der Ratssitzung und engagierte Plädoyers seitens SPD, DIP und LKR. Zwischenrufe “Dann sagen sie das doch ihrem grünen Umweltminister Stefan Wenzel in Niedersachsen”. Die schwarz-gelbe Rathauskoalition verweigert ihre Zustimmung, assistiert von FBI. Dann braucht es weiter Proteste von der Straße. Vom Rathausplatz genauer gesagt: Die Grünen rufen zur Mahnwache am Tschernobyl-Gedenktag, 26. April um 17:30 Uhr auf. Das Foto entstand bei der Fukushima-Aktion “Sicher ist nur das Risiko” diesen Jahres.  

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