Impressionen von der “Wir haben es satt”-Demo für vernünftige Landwirtschaft und Ernährung

„Wir haben es Glyphosatt“ sowohl in knallgrün als auch als Paderborner Parole, „Statt Weizenbrei lieber Roggen Roll“, „Jugend isst politisch“, mit der Variation: „Essen ist politisch“, „Kein Schwein braucht Tierfabriken“. Viele DemonstrantInnen hatten sich in Tierkostüme geschmissen à la „ Ich wollt ich wär‘ kein Huhn“. Lange Zeit liefen wir vor einer Raubtiergruppe mit Tiger, Löwe, Dinosaurier und dem Wechselschild: „Wir wollen nicht aussterben“ bzw. „Wir haben Christian Schmidt zum Fressen gern!“. Der – natürlich abwesende – Glyphosat-Minister zog den meisten Zorn auf sich. In puncto Klimagerechtigkeit entrollten Aktivisten von Ende Gelände ein großes Banner „Grünkohl statt Braunkohle“ an einem Baugerüst.

Das beurteilen die Verantwortlichen der Internationalen Grüne Woche, allen voran der Landwirtschaftsminister und der Bauernpräsident völlig anders. Die weltgrößte Messe verstehen sie als „Leistungsschau aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau“.  als „globale Leitmesse des internationalen Agribusiness“. Sie sei das bedeutendste agrarpolitische Event und ein wahrer Verkaufsschlager für das Publikum. Nun ja, das Bewusstsein für hat sich gedreht.

Um die 30.000 Menschen hatten dies am Samstag satt und demonstrierten, wie sehr sie ökologische Landwirtschaft, fairen Handel und die Artenvielfalt schätzen und die Agroindustrie mit ihren Genprodukten & Giftcocktails und der Massentierhaltung ablehnen. Vom kleinen Dötzen im Matschanzügen und im Kinderwagen, Sambacombos der Umweltorganisationen bis hin zu betagten Großelterngeneration: ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung rockte die Straße. Dabei auch Toni Hofreiter, Annalena Baerbock, Michael Kellner, Simone Peter und Anja Piel. Die NRW-Grünen grüßten von der LDK in Kamen. Nicht zu vergessen: 160 Traktoren aus allen Ecken der Bundesrepublik als Speerspitze der Bewegung.

Vor dem Wirtschaftsministerium stoppte die Demo und minutenlang sorgten Schläge auf Töpfe und Deckel für einen fast infernalischen Lärm. Alarmschlagen hieß die Parole. Aber er war jedenfalls unüberhörbar für die Internationale Agrarministerkonferenz, die in dem Komplex in der Invalidenstraße tagte. Die Demoroute führte zum Brandenburger Tor und im Anschluss zur Heinrich Böll-Stiftung, wo der aktuelle Fleischatlas reißenden Absatz fand. Wir Grünen werden mit mehreren Veranstaltungen das Thema aufgreifen und vertiefen.

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