Gute Pflege in Paderborn möglich machen

Die Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege beklagen seit langem die enorm hohe Belastung in ihren Berufen. Völlig zu Recht, findet Werner Jülke, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Kreis. Ein ganze Reihe von Klagen erreicht den grünen Politiker seit langen: Keine Zeit für Zuwendung und die grundlegenden Anforderungen an eine gute Pflege, ständige Überstunden, hohe Anzahl von Krankheitsfällen und damit viele Vertretungsdienste und alles bei nicht angemessener Entlohnung, besonders in der Altenpflege.

Für Werner Jülke ist es überhaupt kein Wunder, dass der Pflege die Pflegekräfte davonlaufen. „Nicht, weil sie ihre Arbeit nicht sinnvoll und erfüllend finden, sondern, weil die Bedingungen krank machen und gute Pflege dadurch fast unmöglich ist“, resümiert Jülke.

Bundesweit wird dieser Missstand seit langem bemängelt. Jetzt wollen die Grünen die pflegerische Versorgung im Kreis genauer analysieren.  Als erster Schritt fragt die Kreistagsfraktion, wie sich die Anzahl der Pflegekräfte seit dem Jahr 2000 bis heute entwickelt hat und wie sich das Verhältnis zur Bettenzahl und Belegungstagen entwickelt. „Mussten Pflegebedürftige wegen fehlender Pflegekräfte abgelehnt werden?“, wollen die Grünen wissen.

Natürlich werden viele Rahmenbedingungen auf Bundesebene festgelegt. Aber das, was wir konkret in Paderborn verbessern können, muss kurzfristig umgesetzt werden, fordert der Ausschussvorsitzende. 8000 Pflegekräfte mehr, die die GroKo schaffen will, bei nicht geklärter Finanzierung, hält Jülke für einen Tropfen auf den heißen Stein. Bei den Jamaika-Sondierungen hatten sich die Grünen für die Finanzierung von erheblich mehr Fachkräften auf den Stationen und in der Altenpflege erfolgreich stark gemacht. Mit mehr als 1 Milliarde Euro hätten viele neue Kolleginnen und Kollegen mit dem Nachweis tarifgerechter Entlohnung finanziert werden können“, klagt Jülke, der auch Sprecher der grünen Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit ist.

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