Grüne Ratsfraktion: Wir brauchen eine weiterführende Schule am Fürstenberg-Standort im Riemeke

Der Schulausschuss hatte eine schwere und komplizierte Entscheidung zu treffen. Erneut waren die Anmeldezahlen für die Fürstenberg-Realschule im Riemeke unter der erforderlichen Zahl geblieben. Damit musste über die Schließung der Schule entschieden werden. Dazu erklärte die Fraktionssprecherin Petra Tebbe, selbst Mitglied im Ausschuss:

“Immer wenn es um die Anmeldezahlen an Schulen geht und die Abweichung von festgelegten Zügigkeiten, müssen wir die Waagschalen Elternwille und Schulentwicklungsplanung in Balance bringen. Sind es nur Wellenbewegungen wie häufig bei den Gymnasien und die Struktur wird nicht grundsätzlich verändert, befürworten wir Grünen in der Regel Mehrklassen, um weitestgehend den Elternwillen zu erfüllen. Das ist auch diesmal wieder der Fall bei den Gymnasien . Den Mehrklassen in Schloss Neuhaus und am Pelizaeus stimmen wir zu. Ebenso stimmen wir der Mehrklasse an der Friedrich Spee Schule zu, damit die an den anderen beiden Gesamtschulen abgelehnten Kinder zumindest einen Platz in der von ihnen gewählten Schulform erhalten.

Schulentwicklungsplanung für Realschulen und den Fürstenberg-Standort fehlt

Für die Realschulen sind wir aber heute an dem Punkt, dass die Genehmigung der Mehrklassen an den anderen Realschulen das Auslaufen der Fürstenberg – Realschule bedeutet, also sehr wohl in die Struktur eingreift. Und das macht die Entscheidung heute besonders bedeutsam und schwierig.

Äußerst unbefriedigend finden wir, dass wir heute, wenn wir einen Beschluss zu den Zügigkeiten treffen sollen, überhaupt nicht wissen, wie die weitere Schulentwicklungsplanung zum einen für die Realschulen und zum anderen für den Standort Fürstenberg aussieht.  Auch beschließen wir hier evtl. das Auslaufen einer Schule ohne hier in der Vorlage auch nur einen Satz darüber zu lesen, wie man sich in Konsequenz die Gestaltung für die auslaufende Schule vorstellt.

Die Fürstenberg Realschule ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens: Die Vorlage gibt mir auch keine Auskunft, wie der Bedarf abgedeckt ist. Können die Kinder mit Förderbedarf, die sich für kommendes Schuljahr an der Fürstenberg-Realschule angemeldet haben, an einer der anderen Schulen aufgenommen werden und wie schaut das über die Jahre hinaus aus? Insbesondere da  es den aktuellen Erlass gibt, dass keine weiteren Schulen, Schulen des gemeinsamen Unterrichts werden sollen.

Wir hätten uns das angekündigte Realschulkonzept zur Beratung heute gewünscht. Wir sagen aber auch ganz deutlich, wir müssen auch den Entwurf der Schulentwicklungsplanung mit einbeziehen. Auch wenn der nun erst am 10.7. beschlossen werden soll, müssen die Daten und überlegungen zu allen Schulformen mit einbezogen werden.

Alles andere  verkürzt die Betrachtung und verringert die Optionen.

Die in der Vorlage unbeantworteten Fragen machen uns den Beschluss heute nicht einfach und wenn das in einer Sondersitzung in den nächsten zwei Wochen alles zusammen beraten werden könnte, würden wir das begrüßen. Klar ist aber auch, dass wir die Eltern nicht über Wochen in der Schwebe lassen können, was den Schulplatz ihrer Kinder angeht.

Wir brauchen eine weiterführende Schule am Fürstenberg-Standort

Für uns Grüne steht fest: Wir brauchen eine weiterführende Schule am Standort der Fürstenberg Realschule. Wir haben uns vor 2 Jahren noch vehement dafür eingesetzt keine Mehrklasse an der Realschule in Schloss Neuhaus zu genehmigen zugunsten der  Fürstenberg Realschule.

Nun haben wir die Situation, dass

  • trotz aller Bemühungen der Fürstenberg Realschule –

im dritten Jahr in Folge, nicht auf Anhieb sich genug Eltern für diese Schule entschieden haben. Das bewerten wir  nicht mehr als Wellenbewegung, sondern befürchten, dass wir bei Umlenkung von Schüler*innen an diese Schule, nächstes Jahr wieder die gleiche Situation haben.

Wir meinen, dass es an diesem Standort einen Neuanfang braucht. Und zwar damit wir hier wieder einen starken Standort haben! Deshalb werden wir nach allen Abwägungen der Verwaltungsvorlage folgen. Wir machen das aber nur unter dem ausdrücklichem Bekenntnis zu dem Schulstandort im Riemeke.

Der Beschluss darf nicht einhergehen mit dem Aus des Standortes und möglichst auch nicht mit dem Aus des Gemeinsamen Lernens an diesem Standort. Deshalb beantragen wir den Beschlussvorschlag zu erweitern, wie folgt:

„Der Schulausschuss beschließt, dass in der Schulentwicklungsplanung am Standort „Realschule Fürstenberg“ weiterhin eine weiterführende Schule in städtischer Trägerschaft sein wird.“

Der Schulausschluss hat sich für eine weiterführende Schule am Standort ausgesprochen, mehrheitlich die Mehrklassen an den anderen Realschulen und – damit auch eine Schließung der Fürstenberg-Realschule beschlossen

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