Kein Ausverkauf der Senne – Frauenhäuser nicht im Stich lassen

Zur aktuellen politischen Lage debattierte der grüne NRW-Parteitag in Troisdorf. Für den Kreisverband Paderborn erklärte Norika Creuzmann: “Photovoltaik statt Panzer” titelte gestern das Westfalen Blatt. Auf den ersten Blick eine sympathische Aussage, aber die eigentliche Aussage ist: Photovoltaik statt Nationalpark! Erneuerbare Energien in allen Ehren, aber durch eine Änderung des LEP in der Senne Photovoltaik zu ermöglichen ist ein absolutes No go.

Die Senne ist das wertvollste Stück Natur in NRW, Experten sagen sogar in ganz Deutschland, ein Hotspot der Artenvielfalt. Seit 1991 kämpft unsere Region darum, dass die Senne endlich Nationalpark wird, denkbar die Doppelnutzung mit dem Militär, aber auf jedem Fall nach dem Abzug der Briten.

Die Streichung des zweiten Nationalparks aus dem LEP ist ein Schlag ins Gesicht aller Natur – und heimatliebenden Menschen. Allein die Idee eines großes Photovoltaikfeldes in der Senne weckt doch gleich noch ganz andere wirtschaftliche Begehrlichkeiten. Der Ausverkauf der Senne steht offensichtlich in den Startlöchern.

Und genau deswegen müssen wir jetzt alle Kräfte mobilisieren, um dieses zu verhindern. Sicherlich nicht das letzte Mal, aber dennoch ist es wichtig immer wieder die Forderung nach dem Nationalpark Senne in die öffentliche Diskussion zu bringen, über die Region hinaus. Wir brauchen euch und eure Unterstützung! Unterschreibt auf den Listen, schreibt Einwendungen, zeigt Flagge!

 

Am 1. Februar trat in Deutschland die sogenannte Istanbul Konvention in Kraft, ein europäisches Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Es erkennt Gewalt gegen Frauen als das an, was es ist: eine Form von Menschenrechtsverletzung und Diskriminierung.

Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist eine Pflichtaufgabe des Staates. Allerdings ist die Bereitstellung von Schutz und Unterstützung in Deutschland so lückenhaft, dass für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder der Schutz in Frauenhäusern wegen des dramatischen Platzmangels nicht mehr gewährleistet. Allein in Paderborn konnten wir im letzten Jahr mehr als 170 Frauen und über 320 Kindern keinen Schutz bieten. Und die Situation entspannt sich nicht.

Frau Scharrenbach schreibt sich auf ihre Fahnen, dass sie 50 neue Plätze in NRW schaffen will. Großartig! Hört sich erstmal gut an, doch wenn man genau dahinter schaut, entpuppt es sich als Mogelpackung. Noch nicht mal ein Platz pro Frauenhaus. Legt man die Istanbul Konvention zu Grunde, fehlen allein im Kreis Paderborn 13 Plätze.

Ein anderes Vorhaben ist die Dauer des Frauenhausaufenthaltes begrenzen, umso höhere Aufnahmezahlen zu erreichen.  Von der Gewalt in die Obdachlosigkeit?

Ein Dreiklang der Verantwortlichkeit aus Bund, Land und Kommune wäre eine Lösung, doch im Moment tragen die Last die Frauenhausteams vor Ort, aber vor allem die betroffenen Frauen und ihre Kinder.

Alle wissen um die Situation der Frauenhäuser und um die große Not der Frauen. Alle reden drüber und finden es wichtig, aber keiner ist bereit eine auskömmliche Finanzierung mit ausreichenden Plätzen zur Verfügung zu stellen, von Barrierefreiheit ganz zu schweigen. Und –  niemand weiß, wieviel Frauen und Kinder diesen eklatanten Mangel mit weiteren Verletzungen oder gar ihrem Leben bezahlen müssen!

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