Bad Lippspringer Rat votiert für einen Nationalpark in der Senne

Bad Lippspringe wünscht sich den Nationalpark Senne. Dieses Fazit zieht die grüne Ratsfrau Norika Creuzmann nach der jüngsten Ratssitzung in Bad Lippspringe: Mehrheitlich sprach sich dieser am Mittwochabend dafür aus, das Ziel Nationalpark Senne im Landesentwicklungsplan zu belassen. Denn der Nationalpark bietet nicht nur der Artenvielfalt große Chancen und den Besuchern die Möglichkeit, intakte Natur zu entdecken. Er eröffnet auch Anrainern wie Bad Lippspringe Möglichkeiten neue wirtschaftliche Geschäftsfelder zu erschließen, wie z.B. im sanften Tourismus zu punkten.

„Nach wie vor haben wir einen Ratsbeschluss zum Nationalpark. Dieser wurde durch die Entscheidung am Mittwoch nochmal untermauert“, stellt Norika Creuzmann klar. Denn die Senne gilt landes- und sogar bundesweit als eine der wertvollsten Flächen überhaupt. „Diese einzigartige Natur muss geschützt werden, wenn das Militär abzieht“, so Creuzmann. „Die Briten haben eine großartige Naturschutzarbeit geleistet. Umso wichtiger ist es, dass die Senne im Anschluss den bestmöglichen Schutz bekommt.“ Seit 120 Jahren sind die Menschen ausgesperrt und viele Bad Lippspringer haben ihre Wurzeln in der Senne. „Es wird Zeit, dass die Senne wieder erlebbar wird. Ein Nationalpark vereint beides, Naturschutz und Naturerlebnis“.

Gleichzeitig macht sich die Grüne Fraktion für die Landwirtschaft und den Erhalt ihrer Flächen stark. Denn ein voranschreitender Flächenverbrauch geht zu Lasten der Landwirtschaft. Bad Lippspringe ist von landwirtschaftlicher Fläche umgeben. „Den Landwirten wird der der Insektenschwund und vieles mehr angelastet. Doch wie sollen sie auf immer weniger Fläche den fortwährend steigenden Bedarf noch bedienen?“, fragt sie – und ist daher froh, dass sich der Rat am Mittwoch mehrheitlich gegen den ungebremsten Flächenfraß ausgesprochen hat. Denn die ersatzlose Streichung des Grundsatzes, den täglichen Flächenverbrauch bis 2020 auf fünf Hektar pro Tag reduzieren zu wollen, stehe sinnbildlich für die so genannte Entfesselungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung. Mit seiner Entscheidung „ist der Rat mehrheitlich seiner Verantwortung für die folgenden Generationen nachgekommen“, stellt Norika Creuzmann klar.

Schade sei, dass die grünen Anträge für den Schutz des Freiraums und eine kompakte Siedlungsentwicklung keine Mehrheit fanden, so die Stadtvertreterin der Grünen. Und auch für den Antrag, die Abstandsflächen zwischen Wohnbebauung und Windenergieanlagen unter 1500 Metern zu belassen, konnte sich die Mehrheit des Rates nicht erwärmen, bedauert sie.

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