Grüne sagen Plastikmüll den Kampf an – Ratsfraktion startet vier Antragsinitiativen

Mit mehreren Anträgen zur Vermeidung von Plastikmüll hat die grüne Ratsfraktion bei den aktuellen Haushaltsberatungen einen deutlichen Schwerpunkt gesetzt. „Die wachsende Plastikflut und die Vermüllung bis in die letzten Winkel der Erde bedrohen unseren gesamten Planeten“, erklärt Fraktionssprecherin Petra Tebbe. „Auch in Deutschland stehen wir vor großen Herausforderungen, denn jährlich fallen hier pro Kopf insgesamt 220,5 Kilo Verpackungsabfall an, davon 37,6 Kilo Plastikmüll.“ Damit bilde Deutschland bei der Vermeidung von Verpackungsmüll das europäische Schlusslicht. Inzwischen habe auch die EU-Kommission dem Plastikmüll den Kampf angesagt und bestimmte Einweg-Kunststoffprodukte verboten. „Auf allen politischen Ebenen muss diese Herausforderung angegangen werden“, fordert Tebbe. „Auch in Paderborn gibt es viele Ansatzpunkte.“ Deshalb haben die Grünen ein Antragspaket geschnürt, dass in den kommenden Wochen in den Ratsgremien behandelt wird.

„Der beste Plastikmüll ist der, der erst gar nicht entsteht“, erläutert die grüne Ratsfrau Susanne Schüssler. „Darum konzentrieren wir uns in den Anträgen zunächst auf die Vermeidung von Plastikgetränkeflaschen.“ Deshalb fordern die Grünen drei öffentlichen Trinkbrunnen in der Paderborner Innenstadt. Weil hier eigene Trinkgefäße gefüllt werden können, erübrige sich der Kauf von Plastikflaschen mit der daran hängenden Umweltbelastung. „Schließlich ist das Paderborner Wasser von bester Qualität.“

In die gleiche Richtung zielt der Grünen-Antrag, in einem Pilotprojekt an zwei Paderborner Schulen Wasserspender aufzustellen. „Diese Maßnahme schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Umweltschutz und Gesundheitsförderung im Schulalltag“, betont Schüssler. Müllvermeidung als bisher eher theoretisches Thema im Unterricht, könne so im Schulalltag praktisch umgesetzt werden. „Regelmäßiges, ausreichendes Trinken von Wasser fördert außerdem die Leistungsfähigkeit, hält gesund und kann Übergewicht verhindern.“

Der dritte grüne Antrag fordert die Einrichtung sogenannter „Refill-Stationen“, also ausgewiesene städtische Einrichtungen oder Geschäfte, in denen Trinkgefäße kostenfrei mit Leitungswasser aufgefüllt werden können. „Das ist eine sehr einfache und kostengünstige Möglichkeit zur Vermeidung von Plastikmüll“, erläutert Ratsfrau Sabine Kramm. Die Stadt Paderborn müsse lediglich dem bundesweiten Refill-Netzwerk beitreten. Dann würden die beteiligten Einrichtungen auf der dazugehörigen Internet-Seite aufgeführt und mit Aufklebern gekennzeichnet. „Alle drei Projekte werden in anderen Städten bereits erfolgreich umgesetzt“, so Kramm. „Nun ist Paderborn am Zug.“

 Die Vermeidung von Plastikmüll im Sportbereich möchten die Grünen mit einem Antrag zum Thema Kunstrasen vorantreiben. „Aus Kunstrasenplätzen gelangen Mikroplastikpartikel in den Wasserkreislauf und damit in die Ozeane“, erklärt Ratsfrau Susanne Schüssler. „Deshalb fordern wir, dass hier in Zukunft die Alternativen für die Paderborner Sportplätze gründlich geprüft und wenn möglich auch bei höheren Kosten umgesetzt werden.“ Über die aktuelle Entwicklung solle dem Sportausschuss alljährlich berichtet werden. „Ganz sicher sind diese Anträge für uns erst der Anfang“, betont Schüssler. „Im kommenden Jahr wird die grüne Ratsfraktion diese Thematik mit weiteren Initiativen aufgreifen.“

Verwandte Artikel