Grüne unterstützen Bürgerbegehren – Kritik: Verwaltungsplanung am Marienplatz überdimensioniert

Die grüne Ratsfraktion unterstützt das laufende Bürgerbegehren gegen den geplanten Neubau für die Stadtverwaltung am Marienplatz. Das geplante Gebäude sei zu groß und deshalb zu teuer. Zudem kritisieren die Grünen, dass eine reine Verwaltungsfassade für den Marienplatz wenig attraktiv sei. Deshalb wollen sie aktiv Unterschriften sammeln.

Schon bei der Beschlussfassung hatten die Grünen kritisiert, dass die Pläne am Marienplatz über das ursprünglich angekündigte Bürgerzentrum deutlich hinaus gehen. So sollen dort Ämter wie das Rechtsamt, die Verwaltung der Stadtbibliothek oder das Rechnungsprüfungsamt angesiedelt werden, die nach Ansicht der Grünen kaum echten Bürgerkontakt haben. „All das hat man auch noch mit großzügigen Reserveflächen für kommende Zeiten kalkuliert! Man scheint eher ein Ämterzentrum gedacht zu haben“, kritisiert Fraktionssprecher Klaus Schröder das Ausmaß der Planungen, „Dabei sollte man erwarten können, dass Digitalisierung, Telearbeit und Verwaltungsvereinfachung eine solche Ausweitung der Verwaltung überflüssig machen. Zudem gibt es für die Verwaltung der Stadtbibliothek auch noch Pläne, sie im Adam und Eva Haus unterzubringen.“ Entsprechend der großen Dimensionen werde das Verwaltungsgebäude am Marienplatz auch eine erhebliche finanzielle Belastung für die Stadt darstellen.

Außerdem halten die Grünen eine reine ‚Verwaltungsfassade‘ zum Marienplatz für eine Schwächung der Innenstadt. „Wo jetzt ein lebendiges Café die Besucher anzieht, wird man demnächst auf ein Bürogebäude blicken.“, bemängelt Fraktionssprecherin Petra Tebbe. Zwar habe der Bürgermeister versucht, dort mit unter anderem B.O.S.S. Wache, Touristeninformation und Padersprinter über das Einwohner- und Standesamt hinaus Frequenzbringer anzusiedeln. Die Grünen bezweifeln aber, dass das die Innenstadt nach vorne bringt. „Wenn man die Kinder- und Computerbibliothek aus der Rathauspassage in den neuen Verwaltungsbau holt, dann nutzt das der Attraktivität der Innenstadt wenig. Und ein Infopunkt des Padersprinters gehört an die neue ZOH-Westernmauer und nicht in die Stadtverwaltung.“, beschreibt Tebbe weiter.

„Es kann nicht sein, dass die Stadt Paderborn 50 Millionen Euro für ein Verwaltungsgebäude ausgibt, nur weil weite Teile im Stadtrat der Meinung sind, nach ‚zig Jahren Planung müsse auch mal Schluss sein. Wir brauchen eine angemessene Lösung und nicht einfach irgendeine.“, kritisiert Klaus Schröder die Unterstützer des Neubaus. „Auf der anderen Seite haben wir am Hoppenhof ein fertiges Fundament, auf dem wir für einen Bruchteil der Kosten Flächen für die Verwaltung schaffen können. Warum wird nicht erstmal das genutzt? Wenn die Mehrheit im Rat nicht einsieht, dass die Pläne am Marienplatz über das vernünftige Maß hinaus gehen, dann müssen eben die Bürgerinnen und Bürger die Notbremse ziehen.“ 

Die Grünen befürworten einen maßvollen Neubau am Marienplatz, in dem die für die Menschen wichtigsten Ämter untergebracht werden und der auch noch echten Raum für Einzelhandel oder Gastronomie Richtung Marienplatz bietet. Alle Einrichtungen, die derzeit gut untergebracht seien, sollten an ihren Standorten bleiben. Die übrigen, wirklich nötigen Flächen könnten dann bei Bedarf am Hoppenhof erweitert werden. „Der geplante Verwaltungsbau am Marienplatz ist zu groß und zu teuer und er bringt die Innenstadt nicht voran. Wir fordern daher alle Paderbornerinnen und Paderborner auf, den Bürgerentscheid zu unterstützen.“, ruft Sprecherin Petra Tebbe auf. 

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