Rosentor: Grüne wollen Bahnüberführung offen halten – Unterführung zügig renovieren

Der Bahnübergang am Rosentor beschäftigt die Bewohnerinnen und Bewohner der Südstadt schon lange. Die Situation mit den häufig geschlossenen Schranken und der eigentlich nur für Fußgänger nutzbaren Unterführung ist seit vielen Jahren unbefriedigend. Im Nachgang der vor kurzem durchgeführten Diskussionsveranstaltung der Grünen Ratsfraktion in der Karlsschule, fordern die Grünen nun, die geplanten Entwürfe zu überdenken. Außerdem soll die jetzige Unterführung baldmöglichst noch einmal renoviert werden.

Zu Beginn der Diskussion, die mit 70 Interessierten gut besucht war, stellte die städtische Beigeordnete Claudia Warnecke zunächst die komplexe Situation am Rosentor und die derzeit geplante Vorzugsvariante vor. Insbesondere die Steigung der Kilianstraße nach Süden hin und die Einschränkungen durch zwei notwendige Feuerwehraufstellflächen an der Ecke Kilianstraße/Leostraße machen es nicht einfach, eine optimale Lösung zu finden. 

Die derzeit von Politik und Verwaltung präferierte Lösung sieht vor, den Bahnübergang für Kfz-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr zu schließen. Dies soll Raum geben, um eine neue Unterführung unterhalb des aktuellen Bahnübergangs zu bauen. Auf der Seite der Südstadt soll diese Anlage entlang der Leostraße Richtung Osten für Fußgänger über eine Treppe erreichbar sein und entlang der Leostraße nach Westen durch eine lange Rampe behindertengerecht erreicht werden können. Diese Rampe könnte dann auch von Radfahrern benutzt werden, um ihr Fahrrad durch die Unterführung zu schieben.

Diese favorisierte Lösung stieß in der Veranstaltung durchgehend auf Kritik. Unstrittig war lediglich die Schließung für den Kfz-Verkehr. Es wurde bemängelt, dass keine echte Lösung für den Radverkehr vorgesehen sei, außerdem sei eine Öffnung nach Süden wünschenswert, um der Torsituation am Rosentor städtebaulich gerecht zu werden. Wenn die Überquerung für jeglichen Verkehr geschlossen werde, sei die neue Lösung für den Radverkehr eine Verschlechterung. Speziell wurde die Situation am Morgen beschrieben, wenn zahlreiche Schulkinder die Bahnschienen mit dem Fahrrad queren. Mehrfach wurde gefordert, die Bahnüberquerung für den Fuß- und Radverkehr offen zu halten. Darüber hinaus wurden kurzfristige Verbesserungen an der derzeitigen Unterführung vorgeschlagen, da die Realisierung einer endgültigen Lösung sicher noch einige Jahre dauern werde.

„Angesichts der Kritik der Bürgerinnen und Bürger haben wir in der grünen Ratsfraktion noch einmal ausführlich über die Lösungsmöglichkeiten am Rosentor gesprochen“, kommentiert Fraktionssprecher Klaus Schröder für die grüne Ratsfraktion. „Wir halten es für technisch nicht möglich, die Unterführung so zu bauen, dass sie eine für Radfahrende befriedigende Lösung wird. Das wird immer ein schlechter Kompromiss bleiben. Daher halten wir den Ansatz, die Bahnüberführung für den Fuß- und Radverkehr offen zu halten, für eine gute Idee. Dies ließe sich erreichen, wenn die geplante Unterführung auf etwa die halbe Straßenbreite beschränkt wird. Weiter wollen die Grünen, dass die Unterführung von der Kilianstraße kommend geradeaus durch eine Treppe erschlossen wird. „Damit wird die Unterführung besser einsehbar, und wir vermeiden einen unübersichtlichen Angstraum“, erläutert die grüne Ratsfrau Sabine Kramm, „Außerdem ist die Unterführung so klar als Tor zur Stadt erkennbar.“ Die geplante Treppe könne außerdem so ausgestaltet werden, dass es zumindest möglich sei, das Fahrrad die Treppe herunter und herauf zu schieben.

Für echte Barrierefreiheit soll nach Vorstellung der Grünen die ohnehin geplante Rampe entlang der Leostraße sorgen. Nach Norden, in Richtung Innenstadt bietet es sich an, die Unterführung in einer Rampe auslaufen zu lassen. „Auch wenn dafür ein paar Libori-Stände verschoben werden müssen“, kommentiert Bauausschussmitglied Claus-Jürgen Wagner die Prioritäten der Grünen.

Der Verzicht auf die völlige Schließung des Bahnübergangs führt dazu, dass die Stadt die Kosten für den Umbau der Querung alleine tragen muss, da die Bahn sich nur bei einer völligen Schließung an den Kosten beteiligt. „Angesichts der Tatsache, dass das Rosentor für die circa 15.000 Bewohner der Südstadt der wichtigste Zugang zur Innenstadt ist, halten wir die Mehrkosten aber durchaus für gerechtfertigt. Außerdem gehen wir davon aus, dass eine schmalere Unterführung auch etwas günstiger zu realisieren ist“, erklärt Schröder. Die Grünen fordern, dass das Rosentor für die Stadt höchste Priorität bekommen müsse. Schon viel zu lange müsse dieses Problem immer wieder hinter anderen Fragen zurückstehen.

„Als Sofortmaßnahme sollte die Stadt unbedingt die bestehende Unterführung noch einmal renovieren. Die vor etlichen Jahren eingesetzten Spanplatten sind längst nicht mehr ansehnlich und an vielen Stellen schon weg gefault. Die Beleuchtung könnte deutlich besser sein. Außerdem sollten die Schiebehilfen an der Treppe verbessert werden, so dass auch Kinder ihr Fahrrad schieben können, ohne dass der Ranzen aus dem Fahrradkorb fällt“, fordert der Sachkundige Bürger im Bauausschuss Stefan Schwan.

Das Foto: Lokaltermin der grünen Fraktion am Rosentor: Klaus Schröder, Sabine Kramm und Stefan Schwan. (v.l.)

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