Sigrid Beer: „Schulministerin rudert zurück – Spielräume können genutzt werden“

„Ich begrüße, dass die Schulministerin Gebauer die Spielräume, die viele Schulleitungen auch in Paderborn schon genutzt haben, nun bestätigt hat,“ kommentiert Sigrid Beer, Grüne Landtagsabgeordnete aus Paderborn.  

Im Rahmen einer Mündlichen Anfrage der Grünen Landtagsfraktion im Plenum am vergangenen Mittwoch hat die Ministerin ihre harte Linie verlassen. So musste Gebauer eingestehen, dass Eltern ihre Kinder aus wichtigem Grund entschuldigen können und das dies sehr wohl auch eine Demonstration sein könne. Nur regelmäßig sei eine solche Beurlaubung nicht möglich.

Die Ministerin sieht den Umgang mit Fridays for Future nun auch im Ermessen der Schulleitung. Die Quasi-Dienstanweisung vom 13.2. hatte zu der Anfrage im Landtag durch Sigrid Beer geführt. „Schließlich sprechen wir sonst auch von eigenverantwortlicher Schule“, so Beer, für die die Dienstmail das nötige Augenmaß vermissen ließ. „Gut, dass die Ministerin nun selbst betont, es müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.“

„Es wäre für die Schulleitungen und auch die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern gut gewesen, wenn die Ministerin sich sofort so geäußert hätte. Anstatt dessen wurden Drohgebärden aufgebaut und ein Erlass ins Spiel gebracht, bei dem es um Schulverweigerer und Schulmüde geht. Das ignoriert vollkommen die Haltung der Schülerinnen und Schüler, die am Freitag  erstmalig ca. 2 Stunden in der Schule fehlen werden, um an der Demonstration teilnehmen zu können.

„Ich freue mich, dass auch in Paderborn Schulleitungen das Engagement ihrer Schülerinnen und Schüler ernstnehmen.  Im Übrigen zielt der Bildungsauftrag der Schule im Schulgesetz darauf,  „die Entfaltung der Person, die Selbstständigkeit ihrer Entscheidungen und Handlungen und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl, die Natur und die Umwelt“ zu fördern. Diesen Bildungsauftrag scheinen die Schulen gut erfüllt zu haben“, macht Beer deutlich. Am 15. März ist der Weltaktionstag der Bewegung Fridays for Future. Auch hier hat die Ministerin bestätigt, dass nichts gegen einen Projekttag dazu sprechen würde.

Das Foto zeigt den Protestzug der Paderborner Schülerinnen und Schüler, der von rund 200 Leuten auf dem Domplatz auf über 500 in der Westernstraße anwuchs.

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