Lokale Expertisen stark nachgefragt – NRW-LAG’s Gesundheit und Altenpolitik treffen sich in Paderborn

Die Mitglieder der Landesarbeitsarbeitsgemeinschaften Gesundheit und Altenpolitik der GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen trafen sich in Paderborn zu ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr. Im Mittelpunkt der Tagung standen insbesondere pflegepolitische Themen und Quartiers- und Nachbarschaftskonzepte für ein aktives Gemeinschaftsleben von Alt und Jung, mit und ohne Behinderung im Quartier.

Um den Pflegenotstand zu entgegnen sind heute und in Zukunft ausreichend Pflegefachkräfte notwendig. Eine Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe ist hierzu notwendig. Jürgen Grosser, Geschäftsführer des Bildungszentrums des St. Johannesstifts stellte in seinem Vortrag die anstehenden Herausforderungen für eine Neuausrichtung der Pflegeberufe dar. So werden ab 2020 die bis heute noch getrennten Ausbildungsgänge von Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer gemeinsamen generalisierten Pflegeausbildung zusammengefasst. Bis dahin ist es aber für die Ausbildungsträger noch ein langer Weg der Umstellung. Dabei fehlen bis heute noch viele Vorgaben zur Gestaltung der neuen Ausbildungsstruktur. Vieles ist noch unklar in Bezug auf Lerninhalte, Gestaltung der Ausbildungsstätten und deren Finanzierung.  Die GRÜNEN versprachen, hier noch mal einen Vorstoß im Landtag vorzunehmen.

Die pflegerische Versorgung und deren kommunale Planung sowie die Stärkung einer generationsübergreifenden Nachbarschaftsarbeit und Quartierskonzepte waren Themen des zweiten Station der Tagung. Im Altenzentrum St. Vincenz stellte die Leiterin Frau Pape  die Arbeit des Hauses vor. Daniel Pohl von der Initiative Nachbarschaft Ost, die im Zentrum verortet ist berichtete über die aktive Nachbarschaftsarbeit. Im Vordergrund stehen dabei die Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf wie auch die das Leben einer aktiven Nachbarschaftsarbeit für alle Generationen im Quartier. „Denn, um den demografischen und sozialen Herausforderungen zu begegnen, benötigen wir diese neuen Strukturen des Zusammenlebens. Quartiersentwicklung eröffnet die Chance das Zusammenleben von Jung und Alt und das Leben im Alter neu zu organisieren. Die Kommune ist dabei der „Motor im Sozialraum“ federführend, so Werner Jülke, Sprecher der LAG-Altenpolitik. 

Schließlich stellte die Sozialplanerin des Kreises Margot Becker verbindlichen Pflegebedarfsplanung und Quartiersentwicklung des Kreises Paderborn vor. So hat Paderborn, wie auch schon andere Kommunen und Kreise in NRW sich zur Aufgabe gemacht, die Pflegeinfrastruktur gemeinsam mit seiner Bürgerschaft zu planen und die Entwicklung nicht allein der „freien Marktwirtschaft zu überlassen“. Deshalb stellt der Kreis jährlich eine neue Fortschreibung seiner Pflegebedarfsplanung vor. Mittlerweile ziehen es viele Menschen vorziehen, im vertrauten Wohnumfeld und einer eigenen Wohnung zu leben auch wenn eine umfassende Pflege notwendig sein wird. Deshalb spielen für den Kreis und die Stadt Paderborn der Ausbau neuer Wohn und Pflegeformen wie Wohn- und Hausgemeinschaften oder das betreute Wohnen eine große Rolle.

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