Grüne streiten mit AfD – Ignorieren oder Laufen-lassen ist keine Lösung

Von verschiedenen Seiten sind die Paderborner Grünen aufgefordert worden, die Europadiskussion des AStA der Uni Paderborn am Montagabend zu boykottieren, weil ein AfD-Politiker auf dem Podium sitzt. Die Grünen werden die Debattenzusage ihrer Europakandidatin Alexandra Geese nicht zurückziehen.

„Das AStA-Podium werden wir nutzen, um der zutiefst europaskeptischen AfD Paroli zu bieten und sie mit guten Argumenten hart zu kontern. Eine Absage würde uns quasi ‚sprachlos‘ machen und stattdessen der AfD grüne Redezeit für ihre üble Propaganda verschaffen. Europa überlassen wir nicht den populistisch-völkischen Nationalisten“, kündigt die Kreisvorsitzende Norika Creuzmann an.

Die Paderborner Grünen können sehr gut nachvollziehen, wenn Organisationen die AfD nicht zu ihren Diskussionsforen einladen und sehen auch Gründe für Boykottaufrufe. Nach Ansicht der Grünen sei die AfD eine in Teilen klar verfassungsfeindliche Partei. Aber ihre parlamentarische, nur äußerst mühsam zu ertragende Repräsentanz müsse man als Ausdruck des Wählerwillens akzeptieren.

„Unsere Demokratie in Deutschland und Europa ist streitbar. Deshalb nehmen wir Einladungen zu politischen Streitgesprächen gern an, sofern faire Bedingungen gelten. Diese sehen wir an der Universität gegeben“, erläutert der grüne Co-Vorsitzende Carsten Birkelbach.

Die Verteidigung der europäischen Demokratie habe mit der Stärkung des europäischen Parlamentes, dem Klimaschutz oder der Flüchtlingsrettung weit mehr Facetten, über deren Lösungen Europa intensiv streiten müsste.

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