Wie verbindlich sind Marienplatz-Planungsbeschlüsse? Fraktion verlangt klare Aussagen

Nachdem die Verwaltung bei der vergangenen Sitzung des Bauausschusses Fragen zum Abstand des geplanten Verwaltungsbaus zum Marienplatz nicht beantwortet hatte, versuchen die Grünen jetzt mit einer schriftlichen Anfrage eine Aussage der Verwaltung zu bekommen. Neben dem Abstand des neuen Verwaltungsbaus zur bestehenden Stützmauer am Marienplatz wollen die Grünen auch wissen, ob der Ratsbeschluss vom 15. November zum Neubau der Stadtverwaltung auch für die Umgestaltung des Marienplatzes verbindlich ist. Die Grünen hatten sich schon frühzeitig für die Bewahrung des schattenspendenden Charakters des Platzes eingesetzt.

„Im Kern geht es um die Frage: Kann man den Verwaltungsbau am Marienplatz bauen und gleichzeitig die Linden am Marienplatz erhalten?“, fasst Fraktionssprecher Dr. Klaus Schröder die Anfrage der Grünen Ratsfraktion zusammen. „Wenn es nicht möglich ist, die bestehende Stützmauer zu erhalten, dann haben die Bäume real keine Chance. Darum ist die Frage, ob Bus-, Fuß- und Radverkehr überhaupt zwischen die Mauer und den Verwaltungsbau passen, so kritisch“, so Schröder weiter. Sollte sich zeigen, dass der Neubau ohne einen Eingriff in den Marienplatz nicht machbar sei, bedeute das zudem, dass die Realisierbarkeit des Baus vom Wohlwollen der Liborius-Kirchengemeinde abhänge, die als Eigentümer des Platzes für eine Umgestaltung das letzte Wort habe.

Darüber hinaus wollen die Grünen wissen, ob die Verwaltung davon ausgeht, dass die Umgestaltung des Marienplatzes mit dem von CDU, SPD und Linksfraktion getragenen Ratsbeschluss für die Umsetzung des Wettbewerbsentwurfs schon beschlossene Sache ist. Im Bauausschuss hatte die Verwaltung darauf verwiesen, es gebe noch keine Planung für den Marienplatz. Schröder: „Der Beschluss vom November spricht aber ausdrücklich vom ‚Neubau Gebäudeteile C/Ca und Plätze‘. Wir wollen daher wissen, wie die Verwaltung diesen Beschluss tatsächlich einschätzt.“ Insgesamt zeige sich, so Schröder weiter, dass die Entscheidung für den überdimensionierten Neubau dem Bürgermeister nun Stück für Stück vor die Füße falle.

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