Den Ernst der Lage nicht erkannt! – Ausschuss in Bad Lippspringe lehnt Ökostrom ab

„Der Klimawandel bestimmt mehr und mehr unser Schicksal und das der nachfolgenden Generationen. Wie die Europawahl gerade gezeigt hat, ist er eines der wichtigsten Themen überhaupt“, so die Grüne Fraktionsvorsitzende Gerda Werth. Nur bei der CDU, der FDP und FWG in Bad Lippspringe scheint das noch nicht angekommen zu sein“. Empört kritisiert sie die mehrheitlich im Hauptausschuss der Kurstadt getroffene Entscheidung die öffentlichen Gebäude künftig mit Strom aus Kohle und Atomkraft zu versorgen.

„Ich bin fassungslos über so viel Verantwortungslosigkeit. Um das Problem der globalen Erwärmung in den Griff zu bekommen, muss jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Aber besonders die Kommunen müssen mit gutem Beispiel vorausgehen. Sie sind Vorbild und Multiplikatoren. Bad Lippspringe kommt ohnehin eine besondere Vorbildfunktion zu. Als Kur- und Gartenschau-Stadt ist die Kommune Teil der Klimakampagne OWL. Aber die Idee, die dahintersteckt, wird von CDU, FDP und FWG konterkariert. Was bringen alle Anstrengungen für das Klima, wenn Konservative, Liberale und Wählergemeinschaften ihr rückwärtsgewandtes Süppchen kochen?“, so Norika Creuzmann, Grüne Ratsfrau in Bad Lippspringe.

Die angeblichen Mehrkosten für die rund 2,2 Millionen Kilowattstunden von bis zu zehn Prozent hält die grüne Stadtvertreterin für völlig überzogen. Durch ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen im Kreis Paderborn kann die Differenz stark gedrückt werden „aber dazu muss man diesen Weg auch einschlagen wollen“. Genau an diesem Willen fehlt es ihrer Ansicht nach bei den Verantwortlichen dieser „völligen Fehlentscheidung“.

 

Zahllose private Stromkunden, die aus Überzeugung den Anbieter gewechselt haben und unkompliziert Ökostrom beziehen, machen es vor. „An ihnen sollte sich Bad Lippspringe ein Beispiel nehmen“. Wie überall auf der Welt gelte es, global zu denken, aber lokal zu handeln. Guter, das heißt zertifizierter Ökostrom hat eine Ausbauwirkung. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach diesem Strom dafür sorgt, dass neue Ökostromanlagen gebaut werden. „Die Ergebnisse der Europawahl haben es gezeigt: Die Menschen wollen weg vom Dreck“, so Creuzmann und Werth. Sie gehen davon aus, dass die in ihren Augen verfehlte Entscheidung für Kohle und Atom in Bad Lippspringe noch rückgängig gemacht werden kann – und das andere Kommunen gar nicht erst auf die Idee kommen, eine schmutzige Energieversorgung ins Auge zu fassen.

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