Grüne: Stadtbibliothek soll auf lokalen Buchhandel setzen, und nicht auf Amazon

Amazon als großer Versandhändler ist nicht unumstritten. Die Arbeitsbedingungen und die permanent im Diskurs stehende strittige Tarifbindung sind wiederholt Themen gewesen, mit denen Amazon negativ in der Öffentlichkeit aufgefallen ist. Auch Steuerflucht gehört zum unrühmlichen Erscheinungsbild. 

Die Grünen wollen deshalb im nächsten Kulturausschuss erfahren, warum die Stadtbibliothek Paderborn den Großhändler Amazon und nicht lokale Buchhändler aktiv bewirbt. Denn klickt man online bei den Sucherergebnissen der Stadtbibliothek auf das jeweilige Buchcover, erfolgt eine Weiterleitung zu Amazon, wo dann der jeweilige Titel inklusive Kaufpreis angezeigt wird. „Wir fragen nach den Hintergründen zu der Verlinkung mit dem umstrittenen Online-Buchhändler, der weder in Paderborn noch anderswo in Deutschland Steuern zahlt,“ erläutert die grüne Ratsfrau Sabine Kramm die Anfrage. „Außerdem interessieren uns mögliche Alternativen, die den regionalen Buchhandel unterstützen.“

Schließlich wirft der Fall für die Grünen die Grundsatzfrage auf, über welchen Händler die Stadtbibliothek Paderborn generell ihren Buch- und Medienbestand bezieht. Dass die Beschaffung in städtischen Einrichtungen ökologischen und sozialen Mindeststandards folgen sollte, sollte aus unserer Sicht inzwischen ein Selbstverständnis sein. 

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