Digitale Werbetafeln in Fußgängerzone hätten öffentlich diskutiert werden müssen

Die grüne Ratsfraktion lehnt die in den letzten Wochen in der Paderborner Fußgängerzone installierten Werbetafeln ab. Es schade dem Einzelhandel in der Innenstadt, wenn dort Dritte Werbung schalten. Besonders stößt den Grünen auf, dass Bürgermeister Dreier die Aufstellung ohne jede öffentliche Diskussion veranlasst habe. Daher verlangen die Grünen im Rat Klarheit über den Ablauf und die Hintergründe der Maßnahme.

„Wenn demnächst Zalando Werbung vor Paderborner Schuhgeschäften schaltet, dann schadet das dem Einzelhandel in Paderborn.“, kritisiert Fraktionssprecher Klaus Schröder die in den Sommerferien aufgestellten Tafeln. Dort sollen neben Informationen über die Stadt vor allem Werbefilmchen zahlender Auftraggeber geschaltet werden. Auf die Auswahl der Inhalte werde die Stadt nach Einschätzung der Grünen keinen Einfluss haben, dies sei allein Sache des Aufstellers. „Wir müssen damit rechnen, dass gerade die inhabergeführten Geschäfte in Paderborn nicht in der Lage sein werden, die Kosten für eine aufwändige Filmproduktion zu stemmen“, so Schröder weiter. „Das ist das Gegenteil von dem, was die Innenstadt braucht.“

Die Grünen kritisieren außerdem, dass die Werbung in der Fußgängerzone offensichtlich Vorrang vor den Bedürfnissen der Besucher bekommen habe. „Als wir vor Monaten beantragt haben, in der Fußgängerzone Spielgeräte, mehr Bänke und mehr Bäume aufzustellen, hieß es, man müsse erstmal schauen, wo Platz sei und ob die Feuerwehr noch durchkomme. Darauf erhalten wir erst Ende September eine Antwort. Für die Werbetafeln hat man das anscheinend schneller klären können und bereits Fakten geschaffen“, kritisiert Bauausschussmitglied Stefan Schwan.

Fraktionssprecher Klaus Schröder findet auch das Vorgehen von Bürgermeister Dreier falsch.„In jedem Fall hätte so ein Thema rechtzeitig öffentlich diskutiert werden müssen. So einen Eingriff in einen zentralen Bereich der Stadt kann man nicht einfach so machen. Das gilt für Werbetafeln in der Fußgängerzone genauso wie für den Bau der Stadtverwaltung und den Marienplatz. Es nutze nichts, den Menschen die Hände zu schütteln, wenn man nicht bespreche, was ansteht.“

Die Grünen werden die Werbetafeln daher zum Thema im Hauptausschuss machen. „Wir wollen wissen, wie der zeitliche Ablauf war, ob wenigstens der Einzelhandel in der Stadt einbezogen

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