Ressourcen schonen – Grüne fragen nach runderneuerten Reifen im städtischen Fahrzeugpark 

Mit einer Anfrage im Betriebsausschuss zum Einsatz runderneuerter Reifen im städtischen Fuhrpark, will die Ratsfraktion Bündnis90/Die Grünen eine Diskussion über diese umweltfreundlichere und ressourcenschonende Alternative anregen. „Allein in Deutschland fallen jährlich knapp 60 Millionen Altreifen an, davon wird nur etwa die Hälfte tatsächlich als Gummigranulat wiederverwertet“, begründet die sachkundige Bürgerin Birgit Hüppmeier den Vorstoß. „Für die Produktion eines Neureifens werden fast 30 Liter Erdöl verbraucht, für die Runderneuerung nur ein Fünftel davon.“ Runderneuerte Reifen seien nicht nur deutlich kostengünstiger, die Wiederverwendung einer Karkasse spare im Vergleich zur Neureifen-Herstellung je nach Reifentyp 50 bis 70 Prozent der Energie und bis zu 80 Prozent der Wassermenge.

Die grüne Ratsfraktion will deshalb wissen, ob die städtischen Fahrzeuge bereits mit runderneuerten Reifen ausgerüstet sind. „Wenn nicht, wüssten wir gerne warum“, erklärt Ratsherr Ralf Pirsig.

Leider hätten die Runderneuerten ein schlechtes Image, völlig zu Unrecht, wie die Grünen wissen, denn qualitativ stehen Runderneuerte den Neureifen in nichts mehr nach. Die hartnäckigen Vorbehalte seien noch auf die Mangelsituation der Nachkriegszeit zurückzuführen. „Das hat mit heutigen technischen Möglichkeiten und kontrollierten Sicherheitsanforderungen nichts mehr zu tun.“ Heute würden Reifen im Nutzfahrzeugbereich und sogar im Motorsport regelmäßig runderneuert. Fast jeder LKW-Reifen wird mindestens einmal wiederaufbereitet, manchmal auch zwei bis dreimal. „Wir denken, dass der Einsatz der kostengünstigeren Runderneuerten im Hinblick auf den Klima- und Umweltschutz zumindest einmal vorurteilsfrei geprüft werden sollte“, so Pirsig. „Schließlich könnte die Stadt hier gleichzeitig ein Signal für die Paderborner setzen.“ 

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